Die ruhige Arbeitsmesse

Mit Zahlen tut sich die London Book Fair (LBF) erfahrungsgemäß schwer, doch es war voll im Messekomplex Earls Court, in dem die britische Buchmesse seit 2007 dauerhaft zu Hause ist. „Wir haben unser Flächenkontingent in diesem Jahr weitgehend ausgeschöpft“, bilanzierte ein zufriedener Messedirektor Alistair Burtenshaw im Gespräch mit buchreport. Auch die Besucherzahlen dürften auf hohem Niveau liegen: Am Montag und Dienstag ging es vor allem rund um die Stände der großen Publikumsverlagsgruppen nur im Schritttempo voran.
Zwar standen auch in London mit der Digital Mind Conference am Sonntag und extensiven E-Präsentationsbereichen in beiden Messehallen die zunehmende digitale Angebotsvielfalt im Fokus von Ausstellern und Besuchern, aber die Nachricht, auf die vor allem die Briten gewartet haben, wollte partout nicht materialisieren. Die schon seit Wochen erwartete Kooperation von Barnes & Noble mit Buchhandelsmarktführer Waterstones ist immer noch nicht in trockenen Tüchern. Stattdessen suchen die Amerikaner den Schulterschluss mit den britischen Verlagen in Sachen Content-Übertragung.
Frankfurter Buchmesse an der Spitze der deutschen Präsenz
Die deutsche Buchbranche war einmal mehr in erster Linie auf dem von der Frankfurter Buchmesse organisierten Gemeinschaftsstand vertreten. Erneut präsentierte sich die deutsche Abordnung auf dem 108 qm großen Stand mit 20 Verlagen und Barsortimenten in Tuchfühlung zu den führenden britischen Verlagsgruppen und in Nachbarschaft mit den Gemeinschaftsständen aus der Schweiz und Italien. Deutsche Verlage mit eigenem Stand waren wie immer Mangelware, aber es gab sie doch, darunter Gräfe und Unzer, Wissenschaftsriese Springer und der ebenfalls international aktive h.f. ullmann. In der „Digital Zone“ war der E-Book-Dienstleister Bookwire als einziger deutscher Vertreter präsent.
Anders sah es im ersten Stock im Agentencenter aus, wo neben den etablierten Literaturagenten für den deutschsprachigen Markt auch jede Menge Publikumsverlage Tische gebucht hatten. Das Fazit des Zürcher Agenten Sebastian Ritscher (Mohrbooks) deckt sich mit dem vieler englischer und amerikanischer Agenten: „Es war eine gute, aber vergleichsweise ruhige Arbeitsmesse, als Kontaktplatz ist London mittlerweile unverzichtbar.“
Den kompletten Artikel lesen Sie im neuen buchreport.express 16/2012 (hier zu bestellen).

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