Kampf- und Dumpingpreise

Buchdruckereien stehen weiter unter Druck. Aktuell haben die Freiburger Graphische Betriebe (FGB) Antrag auf Insolvenz unter Eigenverwaltung gestellt. Geschäftsführer Daniel Lewkowicz begründet den Schritt mit der schwierigen Lage der Druckbranche und nennt insbesondere den „dramatischen Preisverfall“ als Auslöser.

Zum vorläufigen Sachwalter wurde RA Thomas Kaiser (Freiburg) bestellt; der Sanierungsexperte Peter Jürges (Waldkirch) wurde als Fachmann für Fragen der Eigenverwaltung in die Geschäftsführung berufen.

FGB ist auf die Produktion von kleinen und mittleren Auflagen (30 bis 5000 Exemplare) spezialisiert. Zu schaffen macht FGB ebenso wie anderen Digitaldruckern offenbar der Wettbewerb durch die internationale Druckereigruppe CPI (u.a. Clausen & Bosse, Ebner & Spiegel).

FGB hatte zuletzt ca. 120 Mitarbeiter, mit denen knapp 15 Mio Euro umgesetzt wurden. Nach den Plänen der Geschäftsführung soll im zweiten Quartal ein Sanierungsplan umgesetzt werden, u.a. mit einer Reduktion der Belegschaft.

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Kommentare

1 Kommentar zu "Kampf- und Dumpingpreise"

  1. Andreas Selling | 17. April 2012 um 16:28 | Antworten

    Und wieder ist ein renommiertes Unternehmen Opfer eines brutalen Strukturwandels geworden. Was in der grafischen Industrie als Ganzes schon lange an der Tagesordnung ist, erreicht nun auch die Buchhersteller: Die Großen jagen die Kleinen, zwingen sie mit Kampf- und Dumping-Preisen in die Knie, um sie Einer nach dem Anderen aus dem Markt zu drängen. Der deutsche Mittelstand hat eben nicht die Investitionskraft, über die z.B. ein in sieben europäischen Ländern an siebzehn Standorten operierender Druckereikonzern verfügt, er hat nicht die Ressourcen, um durch den Zukauf von Unternehmen und neuen Technologien das gesamte Spektrum der Buchherstellung abzudecken, und Produkt- und Abwicklungsqualität, Kundenorientierung usw. können der Verlockung des „Geiz ist geil“-Preises nichts entgegenhalten . „In einigen Jahren gibt es sowieso nur noch zwei, drei Druckereien (für die Buchherstellung)“, erzählen die Vertriebsmitarbeiter dieser „Großen“ ihren Kunden. Ob die Lebendigkeit unserer Buchkultur nur in der Vielfalt der Verlage und der Titel liegt, oder ob auf Dauer ein gesunder, funktionierender Markt nicht auch Vielfalt auf Seiten der Dienstleister  braucht, mögen deutsche Verlagsgeschäftsführer, Verlagsleiter, Herstellungsleiter und Hersteller (und –Innen) selbst entscheiden. Darüber, ob ein von wenigen Großen dominierter Markt am Ende ein Gewinn für uns alle ist, lässt sich sicherlich trefflich streiten.

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