Fiction fällt aus

Dem Buchhandel in der englischsprachigen Welt gehen sicher geglaubte Umsätze durch die Lappen. Erstmals seit 35 Jahren hat die Pulitzer-Jury darauf verzichtet, einen Roman zu küren. Ein Grund für die Entscheidung wurde zunächst nicht bekannt.
In der Endausscheidung waren in diesem Jahr 
  • der in München geborene Schriftsteller Denis Johnson mit dem beim Marebuchverlag (Taschenbuch bei Rowohlt) erschienenen Kurzroman „Train Dreams“; die Geschichte erschien zunächst 2002 als Novelle in „The Paris Review“ und wurde später als Roman von Farrar, Straus & Giroux herausgebracht.
  • Karen Russell mit „Swamplandia!“ (Knopf, hierzulande bei Kein & Aber erschienen)
  • und der 2008 gestorbene Autor David Foster Wallace mit seinem letzten Roman „The Pale King“, der zum Zeitpunkt des Freitodes des Autors nicht abgeschlossen war und vom Lektor bei Little, Brown and Company beendet wurde. 
Die drei Kandidaten wurden, wie üblich, aus einem breiten Lektürekanon (in diesem Jahr 341 Romane) von einem Komitee von Lesern für die Endrunde ausgewählt, doch fanden offenbar nicht den Gefallen der Jury aus Michael Cunningham („The Hours“, Pulitzer-Preisträger 1999), Susan Larson (frühere Literaturredakteurin bei der „Times-Picayune“ aus New Orleans) und der Radio-Kritikerin Maureen Corrigan.
Nach Angaben der Preis-Organisatoren wurde bereits zum 11. Mal kein Roman ausgezeichnet, zuletzt 1977, als der empfohlene Roman „A River Runs Through It“ von Norman Maclean von der Jury abgelehnt wurde.
Mit den Pulitzer-Preisen werden Schriftsteller, Journalisten und Komponisten in 21 Kategorien ausgezeichnet, sie sind mit jeweils 10.000 Dollar dotiert. Ein Auszug der diesjährigen Preisträger (hier die komplette Liste): 
  • Die Dramatikerin Quiara Alegriá Hudes gewann mit ihrem Bühnenstück „Water by the Spoonful“ den Preis in der Kategorie Drama. 
  • Der New Yorker Historiker Manning Marable erhält posthum den Geschichtspreis für seine politische Biografie von Malcolm X, „Malcolm X: A Life of Reinvention“.
  • Der Pulitzer-Preis für die beste Biografie  geht an John Lewis Gaddis für sein Porträt eines Diplomaten: „George F. Kennan: An American Life“.

Kommentare

2 Kommentare zu "Fiction fällt aus"

  1. Vielen Dank, habe ich korrigiert

  2. Susanne Pfeiffer | 17. April 2012 um 16:41 | Antworten

    TRAIN DREAMS ist 2004 in der Übersetzung von Bettina Abarbanell im marebuchverlag erschienen, 2006 im Taschenbuch bei Rowohlt. Hörbuch – gelesen von Chriastian Brückner – bei Parlando.

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