Wie Frankreich den Buchhandel retten will

Trotz Buchpreisbindung leiden gerade kleinere Buchhändler unter starken Umsatzeinbußen und der Marktmacht der Onliner, zeigt das Beispiel Frankreichs. Um einem drastischen Buchhandelssterben vorzubeugen, haben französische Branchenvertreter im Rahmen der Pariser Buchmesse „Salon du livre“ Lösungsvorschläge präsentiert. Sie sehen insbesondere den Staat in der Pflicht. 

Auf der Veranstaltung am 19. März trat, neben den Vorsitzenden des Buchhandels- und des Verlegerverbands, auch Kulturminister Frédéric Mitterrand auf, der seinen 60-seitigen Plan zur Rettung des Buchhandels vorstellte. Seine zentralen Vorschläge:

  • Distributeure sollen bei jeder Bestellung in einen Fonds einzahlen, der unabhängigen Buchhandlungen zugute kommt. Dieses Modell soll vor allem gegen Amazon und andere Onlinehändler abzielen, die tiefer in die Tasche greifen sollen als kleinere Sortimenter. 
  • Die staatliche Fördereinrichtung Centre National du Livre soll mehr Gelder an den Buchhandel ausschütten. 
  • Es sollen Initiativen entwickelt werden, um die Jugend stärker ans Buch heranzuführen. 
  • Buchhandlungen sollen ins E-Book-Geschäft integriert werden. 
  • Verleger sollen Buchhändlern für die ersten Jahre nach Eröffnung feste Konditionen zusichern.
  • Versandkosten sollen bei Online-Bestellungen nicht mehr vom Händler übernommen werden dürfen, damit keine preisbindungswidrigen Vergünstigungen vermittelt werden.
  • Erhöhte Sicherheit bei den Lieferzeiten von bestellter Ware soll garantiert werden.
  • Das Label LIR, das seit 2009 an vorbildliche Buchhandlungen vergeben wird, soll besser etabliert werden.
  • Die Buchhandels-Ausbildung soll verbessert werden, der Berufseinstieg in die Branche erleichtert werden. 

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