Keine Schließungen in großem Ausmaß

Bei der Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch (hier mehr) haben die Thalia-Lenker ihre Planungen bis zum Geschäftsjahr 2013/14 auf den Tisch gelegt. buchreport.de stellt die wichtigsten Koordinaten vor.

Analyse: Konzept stimmt, muss aber optimiert werden 
  • Grundsatz: Douglas will Thalia nicht verkaufen, sondern in Eigenregie auf den veränderten Markt ausrichten und Fehlentscheidungen korrigieren.
  • Diagnose: Thalia in Österreich ist nach Einschätzung der Hagener in einer guten wirtschaftlichen Verfassung, nicht jedoch die Unternehmen in Deutschland und der Schweiz.
  • Ursachen: Nach eigener Einschätzung ist die negative Umsatzentwicklung „marktgetrieben“: Laut Kundenbefragungen habe der Filialist, verglichen mit den Wettbewerbern, zwar „mit Abstand das attraktivste Format“ und gutes Personal, daneben aber ein Flächenproblem, da viele Läden nicht über die ideale Größe verfügten.
  • Perspektive: Der Aufsichtsrat stimme mit der Unternehmensführung überein, dass es möglich sei, die Zukunft Thalias positiv zu gestalten. Voraussetzung sei allerdings ein schnelles Handeln. 
Zukunftsstrategie: 15 Filialen stehen zur Disposition 
  • Rückbau: Thalia soll die flächendeckende Präsenz im deutschsprachigen Raum beibehalten. Die bestehenden Flächen müssten allerdings rasch optimiert werden, entweder mit Hilfe neuer Sortimente (das Foto zeigt eine Thalia-Filiale in Dortmund) oder durch eine Reduzierung der von Thalia selbst betriebenen Flächen. Optionen sind dabei u.a. Shop-in-Shop-Lösungen, Flächenrückgaben und Untervermietungen. 
  • Schließungen: Nach Maßgabe von selbst formulierten betriebswirtschaftlichen Kriterien, die an die jeweiligen Ausgangsbedingungen vor Ort angepasst werden, soll das gesamte Filialnetz überprüft werden. Schließungen in großem Ausmaß soll es aber nicht geben. Bei rund 15 Filialen glauben die Hagener allerdings nicht daran, diese wieder auf einen rentablen Kurs bringen zu können.
  • Personalabbau: Flächenreduzierungen und Schließungen werden teilweise personelle Auswirkungen haben.
  • Multichannel: An der Schnittstelle zum Online-Geschäft will Thalia weiterhin das Multichanel-Konzept ausbauen, das eines der wichtigsten Differenzierungsmerkmale gegenüber reinen Online-Playern sei. Doch auch hier soll der Faktor Profitabilität – statt reines Wachstum – künftig stärker ins Gewicht fallen. Es müsse besser gelingen, die stationären Stammkunden auf die Online-Schiene zu locken.
  • Sparkurs: Um weitere Overheadkosten (gemeint sind Kosten, die nicht eindeutig einem einzelnen Bereich zugeordnet werden können) zu reduzieren, sollen u.a. dezentrale Läger und Verwaltungen in Deutschland aufgelöst werden.
  • Kosten: Thalia will für den Umbau Rückstellungen von rund 40 Mio Euro bilden. Darüber hinaus seien Wertberichtigungen in Höhe von rund 130 Millionen zu erwarten. Die Wertberichtigungen liegen nah bei den Schätzungen der Commerzbank (hier mehr), die allerdings von höheren Restrukturierungskosten ausgeht.
  • Allianzen: Zwar setzt Hagen darauf, in Eigenregie Thalia sanieren zu können. Dennoch lässt sich das Unternehmen von Altium Capital beraten, um Partnerschaften zu sondieren. Die Investmentbank ist auf M&A (Merger & Aquisition, also Fusionen und Übernahmen) sowie Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung spezialisiert. 

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