Kollektive Rückzugssignale

Der Rückbau bei den deutschen Filialisten gewinnt an Fahrt. Die Mayersche verabschiedet sich von Filialen in Essen und Leverkusen. Auch bei Thalia und Hugendubel sind Verkleinerungen und Schließungen an der Tagesordnung. Rund ein Dutzend Filialen sind insgesamt betroffen – nach aktuellem Stand, am Ende werden es weit mehr sein.
In einer Pressemitteilung der Mayerschen heißt es, man habe den Mietvertrag für die Filiale in der unterirdischen Fußgängerpassage in Essen („Passerelle“) nicht verlängert und gebe den Standort nach zweieinhalb Jahren Ende Mai 2012 wieder auf; im Bahnhofsgebäude gibt es noch vier weitere Buchhandlungen, weshalb der Wettbewerb aus Sicht der Mayerschen offenbar zu groß ist. 
Schon nach etwas mehr als einem Jahr verabschieden sich die Aachener Ende April 2012 von ihrem Standort am Wiesdorfer Platz in Leverkusen. Ursache sei der ungünstige Schnitt der 400-qm-Filiale über zwei Etagen. 
Sämtlichen am Standort Essen-Passerelle beschäftigten Mitarbeitern konnte die Mayersche eine unternehmensinterne Alternative anbieten, schreiben die Aachener auf Nachfrage von buchreport. Auch in Leverkusen habe man den Mitarbeitern weitestgehend bereits neue Arbeitsplätze anbieten können.
Die Mayersche-Meldung reiht sich ein in zahlreiche Rückbau-Nachrichten der vergangenen Wochen:
  • Mayersche: Die Mayersche verzichtet auf die geplanten Neueröffnungen in Detmold und Düsseldorf-Benrath.
  • Hugendubel: Die Münchner verkleinern ihre Filialen in Mainz (Römer-Passage), Regensburg (Regensburg Arcaden) und Berlin (Einkaufscenter Neukölln-Arcaden).
  • In Dresden sucht Hugendubel innerhalb der Altmarkt-Galerie einen neuen, kleineren Standort. 
  • Außerdem stehen die Schließungen der Filiale Kassel-Citypoint (März 2012), Berlin-Tauentzien (schon erfolgt im März 2012) und München-Salvatorplatz (Mai/Juni 2012) fest.
  • Auch die Habel-Geschäfte in Krefeld und voraussichtlich in Neustadt werden geschlossen. 
  • Gerüchte um eine Schließung der Hugendubel-Filiale am Karlsplatz in München werden vom Unternehmen demgegenüber dementiert.
  • Thalia: Bei der Douglas-Tochter wird der Umbau vorausichtlich am stärksten ausfallen. Im Januar kündigte Konzernchef Henning Kreke ein Sanierungsprogramm für Thalia an. Den Auftakt der Restrukturierung starten die Hagener zum 31. Januar 2013, dann soll die 1625 qm große Filiale am Kölner Neumarkt geschlossen werden. 

Mehr zur Neuausrichtung der Filialisten ist in der Analyse zu den größten deutschen, schweizerischen und österreichischen Buchhandlungen im buchreport.magazin 3/2012 (hier zu bestellen) und im Dossier zur Krise der Filialisten auf buchreport.de zu lesen. 

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