Schweizer Auslieferungen sind die ersten Opfer

Die Abstimmung über die Preisbindung hätte noch vor 18 Monaten eher eine Chance gehabt, meint der Literaturagent Peter S. Fritz. Inzwischen sei der Konsument sehr preissensibel geworden. Besonders für die Buchdistributeure werde es jetzt schwer.
Wie schätzen Sie das Ergebnis des Referendums ein?
Der Ausgang des Referendums erstaunt mich nicht. Zum einen ist die Materie „Buchpreisbindung“ – schon der Begriff ist für Außenstehende seltsam – einfach nicht vermittelbar. Selbst Leser – Kunden von Buchhandlungen – fragten Buchhändler, wie sie denn Abstimmen sollten. 

Durch das Internet sind jetzt sehr einfach internationale Preisvergleiche möglich. Schon zu Deutschmarkzeiten haben sich deutsche Verlage gefallen, Schweizer Preise für Bücher locker und mit mindestens 20% zu überhöhen. Das hat natürlich auch dem Schweizer Sortiment gefallen, war aber nicht zu rechtfertigen und hat schlussendlich den Preisbindungsgedanken unterminiert. 

Heute kauft der Schweizer Konsument vermehrt im preiswerteren, immer nahen Ausland. Da Importeure die Währungsgewinne in deren Preispolitik nicht oder nur zögerlich und unzulänglich weitergeben, ist der Konsument sehr preissensibel geworden. So gesehen hätte die Abstimmung noch vor 18 Monaten für die Preisbindung eher eine Chance gehabt.
Wie wird sich die Schweizer Buchbranche in den kommenden Jahren entwickeln? 
Die Nicht-Wiedereinführung der Preisbindung macht die Bücher in der Schweiz erfahrungsgemäß noch teurer. Die ersten Opfer werden die Schweizer Auslieferungen sein. Für das Sortiment erachte ich den Wegfall der Preisbindung nur als ein Problem unter mehreren. Das Buchhandlungssterben wird in jedem Fall nicht allein darauf zurückzuführen sein, wie wir das auch aus dem preisgebundenen Deutschland sehen können.

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