Machtkampf ruft Kartellamt auf den Plan

Die Pläne Erwin Müllers, seine Anteile an Douglas aufzustocken, hat das Kartellamt alarmiert, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe (9.3.). Demnach könnten die Wettbewerbshüter Filialschließungen fordern oder eine erweiterte Beteiligung Müllers untersagen.

Die Ausgangslage: Die Gründerfamilie Kreke ist mit etwas mehr als 12% zweitgrößter Aktionär hinter der Oetker-Gruppe mit ca. einem Viertel der Aktien sowie dem Eigentümer der Drogeriekette Müller, Erwin Müller, mit rund 10%.

Wie berichtet, will der Drogerieunternehmer Müller seinen Einfluss in Hagen ausbauen. Über eine Reihe von Put-Optionen auf Douglas-Aktien könnte er seine Beteiligung am Douglas Konzern auf über 25% aufstocken. Damit hätte Müller eine Sperrminorität und damit direkten Einfluss auf Strategie und das operative Geschäft des Vorstands. 

Wettbewerbshüter könnten Schließungen fordern

Müllers Pläne, seinen Einfluss bei Douglas auszubauen, könnte jetzt das Kartellamt durchkreuzen: Nach Recherchen der „Lebensmittel Zeitung“ ist die weitere Beteiligung Müllers genehmigungspflichtig. Die Wettbewerbshüter seien bereits im Gespräche mit Familie Kreke; Müller selbst sei noch nicht in Bonn vorstellig geworden.
Das Kartellamt rechne wegen der starken Stellung von Douglas im Parfümeriemarkt „mit erheblichen Problemen“. Die Wettbewerbshüter könnten die Beteiligung Müllers untersagen oder die Abgabe von Standorten erzwingen, an denen Douglas-Parfümerien und Müller-Drogerien gemeinsam den Markt beherrschen. 

Konzern sucht nach einem Konzept für Thalia

Seit Anfang des Jahres gab es neben den Müller-Aktivitäten auch Spekulationen über die weitere Entwicklung bei Douglas, darunter ein möglicher Abschied von der Börse durch den Einstieg von Finanzinvestoren und die Option, die Unternehmensgruppe zu zerschlagen und sich insbesondere vom Buchhandelsmarktführer Thalia zu trennen.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr (bis 30. September 2011) schwächelte die Douglas-Buch-Tochter, und zwar besonders auf der Ergebnis-Seite: Im Vorjahr verbuchte der Filialist einen Gewinn von 20 Mio Euro, im abgeschlossenen Geschäftsjahr nur noch 5 Mio Euro. Im stationären Geschäft verlor Thalia im Geschäftsjahr 1,5% an Umsatz, flächenbereinigt sogar 3,9% (buchreport.de berichtete).  

Intern sucht der Konzern immer noch nach einem Konzept für die Buchhandelssparte: Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ soll der Aufsichtsrat noch in der kommenden Woche entscheiden, ob die bisherigen Restrukturierungspläne für Thalia ausreichen, um gegen die immer stärker werdende Online-Konkurrenz bestehen zu können. 

Die Aufseher sollen demnach ein tragfähiges Buchkonzept verabschieden und entscheiden, wie viel Douglas in den Buchbereich investieren soll. Bislang sei von 20 Mio Euro die Rede. Ein Verkauf oder eine strategische Partnerschaft stehe einem Bankanalysten zufolge nicht zur Debatte. 

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