Postskriptum: Der Einfluss der Kokosnuss

Ein wenig charmanter Vergleich von FDP-Chef Philipp Rösler sorgt für Aufsehen in den Medien: Nachdem der Liberale gegen den Willen der Bundeskanzlerin die Berufung von Joachim Gauck zum Bundesfrühstücksdirektor durchgesetzt hatte, spottete er in einer Talkshow, Angela Merkel sei es bei der Kandidatenkür ergangen wie dem berühmten Frosch im Wasser: Erhöht man dessen Badetemperatur zu schnell, springt er heraus, erhöht man sie aber langsam, bleibt er sitzen, bis das Wasser kocht. Es wurde nicht publik, ob die Kanzlerin sich über diesen Vergleich geärgert hat. Sollte sie nicht, denn wie heißt es schon in dem berühmten Volkslied: „Frosch zu sein, bedarf es wenig / und wer Frosch ist, ist ein König.“

Kokos: Konträr

In seinem Roman „Imperium“ erzählt Christian Kracht vom Aussteiger August Engelhardt, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Menschheit zum ausschließlichen Verzehr von Kokosnüssen bekehren wollte. Nur konsequent ist deshalb ein Kommentar des Berliner „Tagesspiegels“ zur erregten Feuilleton-Debatte über Krachts vermeintliche Nähe zu rechtem Gedankengut (buchreport berichtete): „Der gerade erschienene Roman ,Imperium‘, in dem Schriftsteller Christian Kracht von Engelhardts kokovorischer Utopie erzählt, hat sofort eine neue Nazi-, bisher aber keine Kokos-Debatte ausgelöst. Schade eigentlich.“ In der Tat: Der verhängnisvolle Einfluss der Kokosnuss auf die deutsche Geschichte ist noch viel zu wenig aufgearbeitet, geschweige denn bewältigt. 

Obdachlose: Optimistisch

Ein Juwel aus der Dortmunder Obdachlosenzeitung „Bodo“, verfasst  von Verkäuferin und Kolumnistin Rosi: „Machen Sie sich auch Gedanken über dieses Jahr? Die Erde soll ja untergehen. Die Mayas wussten schon Bescheid. Was Wahres ist schon dran, nur geht die Erde deshalb nicht unter. An der Milchstraße treffen sich, in einer Reihe stehend, die Planeten Mond, Sonne, Erde, Mars und Jupiter. Das ist kein gutes Omen. Man nimmt an, dass die Erde von den Sonnenstürmen blockiert werden kann. Ich bin kein Wissenschaftler. Aber irgendetwas steckt dahinter. Das Leben wird weitergehen.“

Rechnungen: Reformiert

Die Springer Verlag GmbH kündigt an, „in Kürze ein Workflow-Tool zur elektronischen Bearbeitung der eingehenden Lieferantenrechnungen“ einzuführen.

Darüber, wie die Lieferantenrechnungen an den Verlag dann auszusehen haben, informiert neben einem vierseitigen „Leitfaden“ auch eine „Musterrechnung“ (Abb.), die ihren Namen in mehrfacher Hinsicht verdient: Sie ist mustergültig und informiert mit einem Muster.

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