Neue Technologien sind zentral

Die verlegerischen Aktivitäten von Amazon finden ein geteiltes Echo: Die einen sehen besonders die großen Verlage in Gefahr. Andere Akteure wie Georg Reuchlein (Foto: Random House) bleiben gelassen. Die eigentliche Herausforderung der Verlage sieht der Random House-Verleger woanders.

Reuchlein ist bei Random House u.a. verantwortlich für Goldmann, Manhattan, Page & Turner, Mosaik, Arkana und Luchterhand. Nachfolgend seine Einschäzung zur verlegerischen Offensive von Amazon:
Mit Amazon betritt ein neuer „Player“  den Markt. Das ist eine zusätzliche Konkurrenz, kein Zweifel, aber es ist in meinen Augen keine Bedrohung für Verlage. Denn auch wenn – oder gerade weil – sich der Buchmarkt derzeit mit großer Beschleunigung verändert, werden Verlage mit ihrer Erfahrung, Kompetenz und Innovationskraft darin weiterhin eine zentrale Funktion im Zusammenspiel mit Autoren, Medien und dem Handel haben – nämlich bei der Auswahl von Inhalten, der Entdeckung und Entwicklung von neuen Autoren und der Durchsetzung und dem Marketing von Titeln über alle Vertriebswege – elektronisch wie stationär.  
Wahrscheinlich wird diese Rolle angesichts der Flut eines immer größer und unübersichtlicher werdenden Inhalte-Angebots im Internet sogar noch wichtiger werden. Zentraler als die Entstehung neuer Konkurrenten scheint mir daher in diesem Zusammenhang die rasante Entwicklung neuer Technologien, Kommunikationswege und Verbrauchergewohnheiten zu sein (Internet, E-Book, Tablets, soziale Netzwerke usw.). Diese für den Aufbau und die Durchsetzung von Autoren und ihrer Bücher zu nutzen, erscheint mir als die vordringliche Herausforderung – und dafür sind wir, denke ich, bestens gerüstet. 

Weitere Stimmen zur Amazon-Debatte:

Amazon wird nicht lange Freude am Verlagsgeschäft haben, meint Matthias Ulmer, Geschäftsführer des Eugen Ulmer Verlags. Letztlich werde der Onliner seine verlegerischen Aktivitäten wieder auf Selfpublishing reduzieren. Und zusätzlich Bestseller unter eigenem Label vermarkten. Dafür sei Amazon wiederum auf die klassischen Verlage angewiesen. Mehr…

Dass Amazon als Verlag aktiv wird, bedrohe nicht nur das gesamte Ökosystem der Verlage – sondern letztlich auch die Buchpreisbindung, fürchtet Imre Török vom Verband deutscher Schriftsteller. Doch es gebe auch Anzeichen, dass traditionelle Verleger und Schriftsteller dank der Allmacht des Online-Riesen wieder näher aneinanderrücken. Teil 2 der buchreport-Serie zu den Verlagsaktivitäten von Amazon. Mehr…

Die verlegerischen Aktivitäten von Amazon beschäftigen auch die deutsche Branche. buchreport.de hat sich umgehört und bringt die Einschätzungen in einer Serie. Joachim Kaps, Chef von Tokyopop Deutschland, geht davon aus, dass Amazon zunächst die Bestseller-Sahne des Buchmarkts abschöpfen will – weshalb der eigene Manga-Verlag nicht als erster betroffen sein werde. Mehr…

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