Ein Juwel souveräner Sprachkunst

Die ersten Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises 2012 stehen fest:

Beste Interpretin: Doris Wolters für „Die hellen Tage“ 

Die Jury hat entschieden: Den Deutschen Hörbuchpreis als beste Interpretin verdient in diesem Jahr die Theaterschauspielerin Doris Wolters für ihre Sprecherrolle in der Hörbuch-Produktion von Zsuzsa Bánks Roman „Die hellen Tage“ (Audiobuch). Darin schildert die Autorin den Weg dreier Kinder ins Erwachsenenleben.

„Durch hohes Einfühlungsvermögen sowie intelligent forschenden Tastsinn für die geheimen Leidenschaften und die dunkle Wahrheit der Charaktere erschafft Doris Wolters’ unprätentiöse Interpretation ein Juwel souveräner Sprachkunst“, befand die Jury.

Bester Interpret: Sven Regener für „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“ 
Den Preis als „Bester Interpret“ erhält Sven Regener für die Lektüre seines Internet-Tagebuchromans „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“ (tacheles! ROOF Music). Der Musiker und Autor schildert darin Beobachtungen aus der Alltags- und Medienwelt, die er in mehreren Blogs erstmals veröffentlicht hat.
Die Jury dazu: „Mit Selbstironie, schnoddriger Stimme und einem perfekten Sprachrhythmus verwandelt Regener seine Blogs in eine Performance ganz eigener Art. Stark!“
Beste Fiktion: Paul Plamper: „RUHE 1“ 
In der Kategorie „Beste Fiktion“ wird in diesem Jahr Paul Plamper für „Ruhe 1“  (Hoerspielpark / WDR / Museum Ludwig) ausgezeichnet. „Hellhörig für Schweigen, Redeweisen und Ausreden schafft Plamper ein seismographisches Gesellschaftspanorama. „RUHE 1“ ist ein Glanzstück, zudem ein Musterbeispiel für Ziele und innovative Wege der Internet-Edition Hoerspielpark“, urteilt die Jury.
Beste Information: Heiner Müller, Kristin Schulz (Hrsg.): „Müller Mp3“ 
Der Preis in der Kategorie „Beste Information“ geht an „Müller Mp3“ (Alexander Verlag). Das Hörbuch vereint Tonaufnahmen des Schriftstellers Heiner Müller – Interviews, Gespräche und Lesungen eigener sowie fremder Texte, die den 1995 verstorbenen DDR-Dramatiker von einer weitestgehend unbekannten Seite zeigen.

Nach Meinung der Jury erschließen die Tonaufnahmen neue Dimensionen der Müllerschen Texte: „Da wirkt er, in seinen Reden allemal, nicht nur knapper und bündiger, sondern auch präziser, wenn nicht luzider, leichtfüßiger, eleganter.“ Der Preis wird der Herausgeberin Kristin Schulz zuerkannt.

Das besondere Hörbuch: Charles Baudelaire / Kai Grehn (Bearb.) für „Die künstlichen Paradiese“
In der Kategorie „Das besondere Hörbuch“ wird in diesem Jahr eine Produktion geehrt, die sich durch „besonderen Wagemut“ auszeichnet. Das Rennen machte das Hörbuch „Die künstlichen Paradiese“ (Hörbuch Hamburg / Radio Bremen), das neben dem gleichnamigen Essay des französischen Schriftstellers Charles Baudelaire zwölf musikalische Interpretationen von Baudelaires Gedicht „Enivrez-vous“ versammelt.

„Wie leicht es sein kann, ‚mit einem einzigen Flügelschlag das Paradies zu erlangen‘ – Verführung pur!“ kommentiert die Jury. Den Preis nimmt Kai Grehn, Bearbeiter der „Künstlichen Paradiese“, entgegen.

Beste verlegerische Leistung: Dom Publishers für „Architektur zum Hören“ 
Für die „Beste verlegerische Leistung“ wird der Verlag Dom Publishers für die Reihe „Architektur zum Hören“ ausgezeichnet. Geehrt wird damit das Verleger-Ehepaar Natascha und Philipp Meuser für den – so die Jury – „wohl einzigartigen Versuch“, Architektur auch akustisch erfahrbar zu machen: „Ohne didaktische Attitüde erzählt der Autor die Entstehungsgeschichte einzelner Bauwerke, beschreibt fotografisch genau ihre architektonischen Strukturen und erschließt über die Komposition von Geräuschen und Musik den spezifischen Klang ihrer Räume.“

Weitere Preisträger

Wie bereits bekannt, wird der Sprecher und Hörbuchproduzent Christian Brückner mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt. Als „Hörbuch des Jahres 2011“ wird Josef Bierbichlers „Mittelreich“ ausgezeichnet. 
Bestes Kinderhörbuch
Der Gewinner in der Kategorie Kinderhörbuch steht noch nicht fest. Die Kinderjury des Magazins „Zeit Leo“ wählt den Gewinner unter den folgenden drei Nominierten aus: 
  • Marjaleena Lembcke: „Die Füchse von Andorra“ (Der Audio Verlag / WDR / SWR)
  • Otfried Preußler: „Krabat“ (Der Audio Verlag / WDR)
  • Andreas Steinhöfel: „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ (Silberfisch / WDR)
Der Preis wird vom Verein Deutscher Hörbuchpreis vergeben. Verliehen wird der Deutsche Hörbuchpreis am 14. März 2012 im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz. Wie in den Vorjahren ist die Hörbuch-Gala zugleich Eröffnungsveranstaltung des internationalen Kölner Literaturfestes Litcologne.

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