Hartwig Schulte-Loh: Thalia und der Tod

Hartwig Schulte-Loh: Thalia und der Tod

In schwierigen und unruhigen Zeiten hat das Makabere Hochkonjunktur. Schon im Nachgang zur französischen Revolution wurden kleine Guillotinen zum Bestseller für das Kinderzimmer. Bei der verzweifelten Suche nach neuen Nonbooks ist der gute Geschmack nun endgültig unter die Räder gekommen. In seinem neuen Prospekt widmet Thalia dem Tod eine ganze Seite.

Da gibt es dann die „Plüschfigur Tod“,braunes Kerlchen mit Sense in der Hand, reduziert für 11,99 Euro. Sie gehört fraglos in jedes Kinderzimmer und ist obendrein ein tolles Mitbringsel für den nächsten Besuch auf der Kinderkrebsstation eines Krankenhauses.

Auch der „Spiralblock A4 Tod“, 4,99 Euro, ist ein nützliches Arbeitsheft für den zukünftigen Amokläufer, seine Planungen minutiös vorzubereiten. Auf die Gefahren für Leib und Leben bei der Einnahme bestimmter Drogen wird man in Zukunft nicht mehr hinweisen müssen. Dafür gibt es nun das „Minidöschen Tod“, 2,99 Euro.

Darüber hinaus gibt es noch die „Umhängetasche Tod“, bestens geeignet für das beliebte Schulhofspiel „Selbstmordattentäter“, den „Kugelschreiber Tod“, das Mäppchen Tod, usw.

Liebe Freunde von Thalia, macht doch bitte eine Nonbookreihe mit Ken und Barbie in einer Behindertenversion: fraglos eine Goldgrube. Oder wie wäre es mit einem Kannibalenset aus Tofufiguren ?

Da wendet sich doch die Muse mit Grausen.

Hartwig Schulte-Loh war Geschäftsführer beim Berliner Kulturkaufhaus Dussmann und zuletzt Berater der Edel AG im Musikgeschäft. Er berät Firmen mit seinem Unternehmen Buchnet.

Kommentare

21 Kommentare zu "Hartwig Schulte-Loh: Thalia und der Tod"

  1. Nichtlustig-Fan | 18. Januar 2012 um 22:53 | Antworten

    Was soll man zu so grottiger Recherche sagen?

  2. Einfach nur jämmerlich, sich auf Kosten anderer lustig zu machen…! Meinen Sie nicht, Herr Schulte-Loh, dass dieses Thema schon genug in den Mittelpunkt gerückt wurde?!? Wenn alle JA sagen, machen Sie dann auch mit?

  3. Herr Schulte-Loh, sie haben die Lemminge vergessen, die durch witzige Sprüche den Selbstmord in jedes Kinderzimmer bringen!

  4. Oh, Mann! Ein Berater ohne Kenntnis der Buchhandelsartikel….

  5. Kein Kommentar? Wäre wohl das beste, würdigen mit Ignoranz…
    Aber:
    Ein klassischer Fall von Selbstdisqualifikation für Herrn Schulte-Loh, selbst seiner Zeit ein Muserich. Ein Blockeintrag voller Unnot und frei von Qualifikation. Ein klassischer Flame.
    Sollte es sich tatsächlich um Ironie handeln, weiß er es geschickt zu verbergen, aber keines Sorge: Das Fehlen stilistischer Mittel, um Ironie wirksam einzusetzen ist eh nicht jedem zuteil.

    In diesem Sinne, wohl bekomm’s!

  6. Von der miesen Recherche des Herrn Schulte-Loh in Sachen Nichtlustig mal ganz abgesehen, wäre zum Beispiel ein Rollstuhl als Zubehör für Barbie und Ken wohl kaum makaber zu nennen. Integrativ trifft es wohl eher.
    Wenn man sich schon öffentlich mit Tabuthemen auseinandersetzt, dann doch bitte auch erstmal nachdenken.

  7. Markus Pfeffer | 18. Januar 2012 um 9:54 | Antworten

    Berater bei der Edel AG im Musikgeschäft? Offenbar nicht sehr erfolgreich, wenn ich mir die Neuerscheinungen dieser Sparte so ansehe, sehe ich gleich mehrfach düstersten Heavy Metal, in dem es textlich sicher nicht nur um Ponies und Regenbogen geht.

    Ja, da wendet man sich in der Tat mit Grausen ab…

  8. Musen-Mitarbeiterin | 18. Januar 2012 um 9:34 | Antworten

    „Oder wie wäre es mit einem Kannibalenset aus Tofufiguren?“

    Offensichtlich ist Herr Schulte-Loh doch zur Ironie fähig, daher hoffe ich, er erkennt auch noch irgendwann den Humor hinter den „Nicht lustig“-Artikeln …

  9. Guten Tag Herr Schulte-Loh,

    ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen – scheinbar sind Sie mit den aktuellen Buchmarkt nicht sonderlich vertraut … Komisch eigentlich, oder?

    Schönen Gruß,
    Marco B.

  10. Der Artikel ist echt vom Feinsten. Seit dem Yeti mit dem eingeschneiten Pony hab ich nicht mehr so gelacht.
    Merkt euch Kinder: Der Tod ist einfach nichtlustig!

  11. Aber wenigstens gibt es Thilo Sarrazins Buch zu kaufen. Damit man auch noch die Möglichkeit hat sich weiterzubilden.
    So ein Sauladen aber auch der Thalia.
    Das ist fast so schlimm wie die Türkischen Jungs die alle ACAB heissen und das überall hinsprühen… tststs…

  12. Luiselotte Körner | 17. Januar 2012 um 22:18 | Antworten

    Sehr geehrter Herr Schulte-Loh,
    Sie werden doch wohl nicht dieses Vorurteil bedienen wollen das uns im Ausland so anhängt und zum Lachen in den Keller gehen? Das fände ich wirklich nicht lustig.
    Beste Grüße!

  13. Ironie?

  14. „Hartwig Schulte-Loh >>WAR<< Geschäftsführer beim Berliner Kulturkaushaus usw."
    Man kann alternativ ja auch weiterhin einfach dafür sorgen dass Tabu-Themen auch Tabu-Themen bleiben.
    Da kann ich nur sagen: Nicht lustig.

  15. Buchhändlerin | 17. Januar 2012 um 19:32 | Antworten

    Sehr geehrter Herr Schulte-Loh,

    kennen Sie die Internetseite http://www.nichtlustig.de? Kennen Sie den Zeichner Joscha Sauer?
    Ganz offensichtlich nicht, denn sonst würden Sie auch die Comic-Figuren wie den „Tod“, die „Lemminge“, die „Yetis“ oder „Herrn Riebmann“ kennen. Der Carlsen Verlag hat mit genau diesen Figuren bereits 5 Bücher des Zeichners veröffentlicht, die Internetseite erfreut sich seit mehr als 10 Jahren größter Beliebtheit und hat mittlerweile Kult-Status.
    Das von Ihnen angeprangerte Non-Book ist außerdem keine Erfindung von Thalia und erfreut sich in der Zielgruppe (auch schon vor der Reduzierung!!) großer Beliebtheit. Humor ist halt Geschmackssache und Thalia ein Wirtschaftsunternehmen, was verkauft, was sich verkaufen läßt – egal ob BILD-Zeitung oder Tod-Plüschfiguren!

  16. Ich gratuliere, Herr Schulte-Loh!
    Sie haben wohl den Prospekt gesehen, und gemeitn, das reicht für einen Artikel. Wüssten Sie, WOHER diese Figur stammt, nämlich von einer bekannten Cartoon-Seite, würden sie anders darüber denken.
    MfG
    Alphanius

  17. Oh nein, wie schlimm, schwarzer Humor. Wieder endlich mal in wirtschaftlich ziemlich depressiven Zeiten etwas zu lachen, nein, etwas, was wirklich witzig ist, und schon gibt es wieder irgendwelche zynischen Exzentriker, die es in den Dreck ziehen müssen, weil es ihnen nicht passt.
    Soll man nicht mehr Lachen dürfen? Anscheinend nicht. Anscheinend soll die depressive Welt weiter in Depression gezogen werden, damit auch ja niemand mehr lacht, nur weil man selber zu exzentrisch dazu ist?

  18. Ich hoffe doch sehr, dass dieser Artikel humoristischer Natur sein soll, auch wenn ich partout keinen finde.
    Für die Menschen mit Verständnis für Humor kann ich nur http://www.nichtlustig.de empfehlen.
    Ich persönlich freue mich sehr, dass das Nichtlustig Merchandise, vor allem die Tod-Sachen, nicht nur online bestellbar sind, sondern auch leicht zugänglich Einzug in Thalia gehalten haben, ich finde den Witz nebenbei übrigens göttlich wenn auf zB einer Handyhülle der Tod in sein Handy brüllt „Haaaallooooo? Haaaaallooo?“ und sein Pudel nur fragt „Ist die Leitung wieder tot?“

  19. Der Tod gehört zum Nichtlustig-Universum von Joscha Sauer.
    Und schon ist es nicht mehr makaber, sondern Merchandise.
    http://www.nichtlustig.de

  20. Ich empfehle dem humorlosen Herrn Schulte-Loh die Lektüre der Seite http://www.nichtlustig.de für den aha-Effekt…

  21. Ich (Muse übrigens) finde es gar nicht schlecht, wenn man den Tod wieder zurück in den Alltag holt. Nur weil er heute größtenteils in Maschinenparks auf Intensivstationen verbannt ist heißt das doch nicht, dass er uns nicht mehr betrifft?

    Makaber? Ja und? Wie soll man ihm sonst den Schrecken nehmen? Ausdiskutieren? 😉

    Vielleicht noch ein, zwei, drei Aufreger für Sie:
    – in Mexiko backt man Süßigkeit in Totenschädelform und richtet Freudenfeste
    – dem englischen schwarzen Humor sind bluttriefende Körper nicht fremd
    – die Mörderischen Schwestern (Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen) ziehen in mancher Beziehung sowohl den Briten als auch den Mexikaner gleich

    Beste Grüße
    Astrid Ann Jabusch

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