Finanzkrise verhagelt Verkauf

Der Verkauf von Kaufhof liegt auf Eis. Überraschend hat der neue Metro-Chef Olaf Koch das Ende der Verhandlungen verkündet. 
In einer Pressemitteilung heißt es, die „nicht optimale Situation an den Finanzmärkten“ sei ausschlaggebend. „Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion“, so Koch. Metro hatte zuletzt mit dem österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko und dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen über einen Verkauf der Warenhauskette verhandelt.
Im 4. Quartal schrumpfte der Metro-Umsatz um 1,3% auf 19,5 Mrd Euro. Für das Gesamtjahr liegt das Umsatzminus bei 0,8%.
Bei Kaufhof fiel das Minus für 2011 mit 3,7% höher aus als der Konzernschnitt. Der Umsatz von Media-Saturn sank um 0,9% auf 20,6 Mrd Euro.

Kaufhof unterhält insgesamt 112 Buchflächen in den Filialen, die 2010 nach buchreport-Schätzungen einen Umsatz von rund 70 Mio Euro erwirtschafteten. Mit den Erlösen liegt Kaufhof auf Platz 8 im buchreport-Ranking der größten Buch-Filialisten im deutschsprachigen Raum.

Im „Handelsblatt“ kommentiert Thomas Roeb, Handelsexperte der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, den abgeblasenen Verkauf: „Ich habe nicht verstanden, dass jemand Kaufhof zum von Metro angepeilten Preis kaufen wollte. Mit meinem betriebswirtschaftlichen Sachverstand ließ sich das nicht erklären. Immerhin gab es jahrelang trotz Verkaufsabsichten keinen ernsthaften Interessenten. Das ist auch kein Wunder: Kaufhof hat keine Wachstumsaussichten und ist nicht sonderlich profitabel. Das jüngste Interesse ließ sich letztlich ohnehin nur über die Immobilien erklären und ob die wirklich den geforderten Preis wert sind, war zweifelhaft.“

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