Wertlose Wertanlage?

Ein Dreivierteljahr, nachdem das ZDF dem Bertelsmann-Buchclub vorwarf, Kunden um Lotto-Einsätze und Gewinne geprellt zu haben (hier mehr), steht der Medienkonzern erneut in der Kritik. Diesmal wirft Sat1 der Konzerntochter Inmediaone vor, mit fragwürdigen Methoden im Direktvertrieb Kunden zum Kauf von Büchern als Wertanlage animiert zu haben – was tatsächlich ein großes Verlustgeschäft sei.

Zwei Berichte der Sat1-Sendung „Akte“ (hier) verweisen auf mehrere Kunden, die im Laufe von Jahrzehnten teilweise hohe fünfstellige Beträge für Bücher-Sammlungen (z.B. Märchen, Faksimiles von alten Bibeln) ausgegeben hätten. Die Vertriebsmitarbeiter hätten die Bücher als werthaltige Kapitalanlage mit Steigerungspotenzial beworben; zwar habe nicht jedes einzelne Buch für sich einen hohen Wert, so die Argumentation der Vertreter, sondern die kompletten Sammlungen. 
Das Beispiel einer Familie aus dem Kreis Gifhorn: In 24 Jahren wurden laut Sat1 Bücher im Wert von 47.000 Euro gekauft. Der vom Sender hinzugezogene Experte, der Antiquar Hermann Wiedenroth (Das Bücherhaus, Bargfeld/Celle), schätzt den Wert nur auf knapp über 1000 Euro.
Als Zeuge tritt ein früherer Inmediaone-Mitarbeiter auf, der Bertelsmann nach eigenen Angaben rund zwölf Mio Euro Umsatz durch seine Tätigkeit beschert habe. Im Bericht bestätigt er die fragwürdige Praxis der Verkaufsgespräche – die Bücher-Sammlungen als sichere Anlage mit Wertsteigerungspotenzial anzupreisen – als Regel.
Ein Jurist erklärt außerdem, die „Grenze zum strafbaren Betrug“ werde zumindest von Bertelsmann angekratzt.
Auf Nachfrage von buchreport.de erklärt ein Inmediaone-Sprecher, die dargestellten Kundenfälle zeigten nur einen kleinen, zugespitzt dargestellten Ausschnitt des Kundenstamms. Die Qualitätskontrolle sei engmaschig und achte darauf, dass Verkäufer nichts Falsches versprechen. „Wenn ein Vertreter ,Wertsteigerung‘ verspricht, handelt er gegen unsere Richtlinien. Gegen dieses Verhalten gehen wir disziplinarisch vor, bis hin zur Kündigung der Zusammenarbeit.“

Die dargestellten ehemaligen Verkäufer hätten gegen die Richtlinien verstoßen, das Unternehmen habe deswegen vor einiger Zeit schon die Zusammenarbeit gekündigt.

Foto: Inmediaone

Kommentare

22 Kommentare zu "Wertlose Wertanlage?"

  1. Von solchen Machenschaften könnte ich,als Geschädigter,noch einiges dazu steuern.Innerhalb von 8 Wochen waren 4 verschiedene Vertriebsmitglieder vorstellig,die noch immer mit der gleichen Masche hausieren gehen.

  2. Wie lange soll das weiter gehen mit solchen Vertriebsorganisationen.
    Die sollen doch ihr Hochpreis-Gelump zur Leipziger Buchmesse verkaufen wie von den Vertretern groß angepriesen und nicht bei Rentnern,denen irgend ein Quatsch von Wertsteigerung,Abschluß-Bände der Jahre zuvor aufgedrückten Lexika und Wiederverkaufswert an Sammler von bis zu 70000 Euro erzählt wird.
    Jedenfalls sind heute die 2 Vertreter wieder abgezogen-ohne Vertrag.
    War gut das ich bei meiner Mutter(76) zu Besuch war.

  3. Wolfgang Müller | 28. Mai 2017 um 19:59 | Antworten

    Ich wurde von einem Mitarbeiter von WK Wertkontor besucht. Jene teilten mir mit dass sie die Nachfolger von Bertelsmann / InmediaOne seien und ich das weitere Buch für € 8000 abnehmen müsse. Vorsicht!

  4. Ernst Engler | 18. Mai 2017 um 22:21 | Antworten

    Liebe Frau Lay
    Ich hat vor kurzem einen Mitarbeiter der Firma Domi im Haus. Unter dem Vorwand mir ein Zertifikat zu übergeben beschaffte er sich einen Termin. Zuerst gab es eine kleine Umfrage, um Informationen zu bekommen. Wobei ich sagte das mich der BücherBand „Wundervolle Erde – Unesco das Erbe der Alten Weit in 12 Bänden “ nicht ineteressiert.Die Verkaufsveranstaldung ging trotzdem weiter. Die Vertreter reden dann über Begriffe wie Wertigkeit,Geldanlage, vervollstädigen der Sammlung. Die kochen einen so weich bis man unterschreibt. Als Premiunkunde bekam ich eine Kredit der von 99€ auf 48€ pro Monat geändert wurde. Bei einer Laufzeit von 72 Monaten. Der Buchband kostet ca. 2400€, auf Kredit kam er auf ca 3400 €. Man konnte diesen Verkauf gerade noch abwenden.

  5. J.E./27. April 2017
    Auch wir haben heute einen domi-Vertreter im Haus der nichts verkaufen sondern nur eine Urkunde als Prämienkunde überreichen und uns nur informieren wollte, daß wir unbedingt den fehlenden Band brauchen damit wir unsere anderen Bände verkaufen können. AUf unsere Bemerkungen eines NICHTKAUFS ging Herr Hikmet Sanlav überhaupt nicht ein, sondern führte weiter ein angebliches Vermittlungs-Verkaufsgespräch!!!!! ähnlich den Erfahrungen aus dem Bericht der betrogenen Frau Irmgard Fischer vom März diesen Jahres.
    ============ Achtung vor Leuten von domi aus Kleinmachnow!!!!==========

  6. Fischer Irmgard | 29. März 2017 um 9:51 | Antworten

    Auch ich bin ein Opfer von Bertelsmann & Co. Auch mir wurden diese Bücher als Wertanlage aufgeschwatzt. Es wurde auch behauptet, daß ich alle Bücher nehmen müsse, da ich sie sonst nicht verkaufen könne. Bei telefonischer Vertreterankündigung wurde immer behauptet, er müsse mir nur Dokumente überreichen. Vor zwei Wochen war wieder ein Vertreter hier – ich sagte ihm am Telefon, ich würde kein Buch mehr nehmen – und hat mir – genau unter dem oben beschriebenen Vorwand – zwei Bibeln aufgeschwatzt um über 6000 Euro, die müsse ich nehmen, da sonst die Sammlung nicht vollständig wäre und ich sie nicht veräußern könne. Ich zahle noch einen Kredit von über 5000 Euro beim Domi-Verlag ab, dann noch einmal 6000 Euro – ich brach in Tränen aus.
    Ich werde heute noch diese Bibeln stornieren. Ich hatte Bertelsmann schon einmal gedroht, da mir ein Vertreter einen 18bändigen Atlas und als Draufgabe, da ich Interesse an Geschichte hätte, würde er mir obendrauf noch ein Buch über Troja geben. Als ich dann den Vertrag nach einiger Zeit genauer durchlas (die Kostenaufstellung war ganz winzig auf der Rückseite dargestellt) sah ich, das die Draufgabe über 14000 Euro kostete. Ich habe Bertelsmann mit Anwalt und Medien gedroht, falls sie diesen Vertrag nicht stornierten. Ich glaube, das hat gewirkt, denn kuirze Zeit später kann ein Herr und versicherte mir, daß dieser Vertrag selbstverständlich zurückgenommen werde, da diese Bücher gar nicht zu der Sammlung gehörten.

  7. Heut war nach sehr langer Zeit wieder einmal ein Mitarbeiter von DOMI Exklusiv zu Besuch um angeblich unseren Bücherkauf von 2002 abzuschließen. Der Hauptgrund aber war ein Kaufangebot von weiteren Büchern die unbedingt zu den Vorhandenen gehören. Es sollte den Wert steigern!!! Alles zum Schnäppchenpreis von 72 Raten von 54€!!! Gern verzichtet!

  8. Ich wa.r auch so blöde dort für 4000€ zu kaufen. Die Bücher sind zwar gut, aber heute nach über 20 Jahren je 1€ wert! Und ja! Es wurde mit Wertanlage beworben. Und als blöder Ossi dachte man damals, man hat was Besonderes. Jetzt hat sich wieder so ein Typ gemeldet. Angeblich müsse man mir Unterlagen von damals übergeben, weil Coron schließe. Hahaaaa, schon vor Jahren passiert! Der Typ war ziemlich unverschämt, dachte wohl die Masche von damals läuft immer noch.

  9. Die Firma Domi Exclusiv hat nun dieses Vertriebssystem übernommen und agiert nach dem Immediaone-Modell http://www.domi-exclusiv.com

    • Hallo Hans;ich habe auch Bücher von Brockhaus und Bertelsmann gekauft.
      Doch irgendwann Stopp genmacht.Im letzten Herbst kam ein junger Vertriebler von der Unternehmen zu mir und erzählte mir , dass die gekauften Bücher bei Personen, die damit auch beruflich zu tun haben, die Umsatzsteuer zurückbekommen können. Diese Unterlagen wollte er mir senden. Aus meiner heutigen Sicht eine Betrugsmasche hoch drei.Ich kann nur warnwn vor diesen Vertribspersonen. Auf Anfrage im Unternehmen domi-exclusiv habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Ist das auch eine Antwort?
      Ich denke ja.
      Marianne

  10. Ich bin ehemaliger inmediaone mitarbeiter! Eins ist sicher bei falschaussagen beim kunden werden die mitarbeiter nicht gekuendigt sie werden ehet weiter animiert dazu auf ehrliche weise ein buch das 20 € in der herstellung kostet furt 3000 € zuverkaufen funtioniert nicht

  11. Also ich habe lange für die Firma gearbeitet. Ich gebe jedem hier einen guten Tipp. Wenn Ihr aus dem Vertrag wollt schreibt einfach ein Schreiben, dass man Euch gesagt hat, dass es eine Wertanlage ist und das man Euch gesagt hat, dass Ihr die Bücher nehmen müsst. Schickt diesen Brief am besten per Email und nehmt alles was in der Medienwelt Rang und Namen hat in Kopie. Angefangen beim Verbraucherschutz, Bildzeitung, SAT1 Akte Sendung, und den Bertelsmann Vorstand. Das ganze dann an die Geschäftsleitung der Inmediaone. Dann wird auch reagiert.

    Gruss

  12. Ich habe jetzt Klage gegen InmediaOne eingereicht – habe mir auch ab 2006 die mit „wertsteigerende Kapitalanlage“ aufschwatzen lassen und bin durch die Sendung von Sat1 im Dezember 2011 und Januar 2012 auf die Betrugsmasche aufmerksam geworden. Ich hatte bis 2011 über 16.000 Euro bereits gezahlt, die ich jetzt wieder zurück fordere. Teilweise lautet die Klage auf eine falsche WBR bis 04.08, das ist bei mir bereits die halbe Summe, dann kommen die arglistige Täuschung für alle Artikel dazu und für alle gelieferten Teile ab 04.2008 weiterhin eine nicht gesetzeskonforme WBR.
    Bin gespannt, was dann bei rum kommt.

    • Barbara Manseder | 9. August 2016 um 10:03 | Antworten

      Hallo Louiselaaser, ich habe einen Bruder dem das Selbe passiert ist, zusätzlich wurde er noch von einem angeblichen oder ehemaligen Mitarbeiter um mehrere tausend Euro geprellt. Er ist ein lieber Kerl der keiner Fliege etwas zu leide tut und wird jetzt so abgezockt. Nun wollte ich dich fragen was aus deiner Klage geworden ist? Hattest du Erfolg? Alles Liebe
      Babsi

  13. Daniel Harder | 13. April 2012 um 1:20 | Antworten

    Wir wurden von Bertelsmann auch betrogen und würden uns freuen wen uns da jemand beraten könnte,wie wir gegen die Firma vorgehen können, dass wir eventuell einen Teil unseres Geldes wieder bekommen würden.

  14. natalie schneider | 10. April 2012 um 2:32 | Antworten

    Hallo,
    ich wollte mal mein Erfolg mitteilen, ich bin leider auch eine die auf die inmediaone reingefallen ist 🙁 und ich habe viel geld verloren. ca. 42.000 Euro. Ich bin auf eine Seite im Netz gestoßen, ein Team was sich einsetzt für die betrogenen Kunden und das Geld wieder reinholt, ein Expertenteam aus mehreren Anwälten, wenigstens machen die was für die Opfer die um tausende Euro betrogen worden sind, die Hälfte des Geldes habe ich anstandslos wiederbekommen.

    Achso der Link wäre noch wichtig… lg

    http://www.belogen.com

  15. Auch ich bin bei meiner Mutter auf eine entsprechend teure Bibel gestossen. Es werden offenbar sehr gezielt bestimmte Zielgruppen wie alte Menschen, Ruheständler etc. angesprochen und ich halte das Vorgehen für zumindest unseriös.
    Das Vertriebsmodell (bei uns 2 Vertreter – mehrere Besuche) zeigt schon, dass hier keine seriöser Vertrieb vorliegt.

    Vielleicht sollten die Käufer sich zusammentun und gegen Bertelsmann eine Sammelklage anstrengen. In meinem Fall wurde nach dem ersten Kauf versucht, weitere Bücher zu plazieren, was ich durch konsequentes Eingreifen verhindert habe. Es wurden Kaufverträge storniert.

    Bertelsmann hat ja für den Bereich auch die Rechte an Brockhaus-Lexika erworben. Ein Brockhaus-Lexikon hat in Zeiten des Internets höchstens in Plexiglas eingeschweißt noch einen Showefekt, aber keinen Wert an sich.
    Wie werden die Lexika heute vertrieben?

    •  Als ehemalige Mitarbeiterin (2,5 Jahre lang) schäme ich mich heute, daß ich jemals diesen Mist vertrieben habe. Ich habe 2010 aufgehört, weiß also nicht, ob die heute noch immer so unseriös arbeiten. Man ist aber nicht nur als Kunde verarscht, sondern auch als Mitarbeiter, und zwar gewaltig. Ich kann jedem nur abraten.

  16. Gottseidank wird endlich etwas gegen die Firma Inmediaone unternommen. Als ehemalige Mitarbeiterin könnte ich heirzu noch etliche Beiträge bringen. Zudem hat der ehemalige Kollege Daniel Rosen nicht nur Recht, sondern hat bei weitem nicht alle Machenschaften aufgedeckt.

    • Liebe Frau Lay,
      ich bin Journalistin und auf der Suche nach ehemaligen Mitarbeitern der InmediaOne, die mir zu Recherche-Zwecken etwas über die Arbeitsbedingungen und deren Vorgehen im Umgang mit Kunden sagen können. Ich würde mich freuen, wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen. Falls Sie etwas zu diesem Thema zu sagen haben, melden Sie sich bei mir (anne-maria-hans@gmx.de)

    • sehe ich genauso war bis heute in den Unternehmen…..
      Ich habe der Firma Millionen Umsätze erarbeitet und jetzt schieben sie einen ab ohne Angabe von Gründen!!!!!
      Traurig, hoffentlich wehren sich alle Kunden gegen diese unseriöse Unternehmens Firma Inmediaone!!!!!!

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