Buchvielfalt statt Einheitsbrei

Der Kampf um die Wählergunst beim Referendum über die Schweizer Buchpreisbindung ist offiziell eröffnet. Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) hat nun seine Kampagne für das Preisbindungsgesetz vorgestellt. Die Gegner versuchen vor allem mit antideutschen Ressentiments zu punkten. 
Die Buchpreisbindung sei eine „Mogelpackung“, da die Initianten ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen hinter einem kulturpolitischen Anliegen zu verstecken versuchen, argumentieren die Preisbindungsgegner auf Ihrer Kampagnenseite. Ihre Argumente im Detail: 
  • Grenzüberschreitender Handel: Da sich die Preisbindung außerhalb der Schweiz nicht durchsetzen lasse, würden in erster Linie ausländische Internethändler profitieren, die Schweizer Kunden zu günstigeren Preisen beliefern könnten. 
  • Preise: Verlierer einer Buchpreisbindung seien in erster Linie die Konsumenten, die überhöhte Preise bezahlen. „Die satten Gewinne wiederum streichen die ausländischen Großverlage ein.“  
  • Vielfalt: Verlieren würden darüber hinaus auch die innovativen Buchhändler. 

Die Preisbindungsbefürworter versuchen diese Argumente wie folgt zu entkräften: 

  • Grenzüberschreitender Handel: Das Buchpreisbindungsgesetz funktioniere auch im Onlinemarkt ohne Probleme, argumentiert SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf: „Weshalb sollte ‚weltfremd’ sein – so die Gegner der Preisbindung – was in Deutschland, Österreich oder Frankreich tadellos funktioniert – auch im grenzüberschreitenden Bereich?“ 
  • Preise: Überall dort, wo fixe Buchpreise gelten, sei der Buchpreis tiefer als in Ländern mit deregulierten Märkten: Bücher seien in der Romandie heute bis zu 40% teurer als in Frankreich und bis zu 20% teurer als in der Deutschschweiz. Zudem halte die gesetzliche Regulierung die Bücherpreise über das gesamte Buchsortiment tief – nicht nur für wenige Bestseller in Discountern (hier mehr). 
  • Vielfalt: Die Preisbindung sei ein einfaches Lenkungsinstrument, um die Buchvielfalt ohne steuerliche Unterstützung zu sichern: „Durch einen auf Inhalt, Qualität und Preis ausgerichteten Wettbewerb werden auch in Zukunft Werke von kleineren Schweizer Verlagen und (noch) unbekannten Autoren publiziert und über ein gutes Buchhandlungsnetz den Weg zu Lesern finden.“
  • Wettbewerb: Die Buchpreisbindung sei ein Instrument der Selbstregulierung, das in allen unseren Nachbarländern erfolgreich funktioniere – im stationären Buchhandel wie auch online. Das Gesetze stärke engagierte kleine und mittelständische Betriebe und sichere qualifizierte Arbeitsplätze – besonders auch in Randregionen. 

Die Erfahrungen aus der Romandie oder auch England zeigten darüber hinaus, dass der deregulierte Buchmarkt zu hohen Preisen und Monokultur führe: „Rabattschlachten auf wenigen Massentiteln stehen stark überhöhten Preisen beim restlichen Sortiment gegenüber; massives Buchhandels- und Verlagssterben führt zu kultureller Verarmung“, heißt es weiter. 

Besonders sauer stößt dem SBVV auf, dass die Preisbindungsgegner deutsche Verlage wie Suhrkamp oder Hanser „verteufeln“, die wichtige Schweizer Autoren publizierten. Die Schweizer Buchbranche sei stolz auf diese Verlage und ihre Bücher. Sie seien Teil der kulturellen Identität und der Buchvielfalt, die mit der Preisbindung gestützt werde. 

Die Argumente für die Preisbindung finden Sie hier zum Download sowie auf der Internetseite ja-zum-buch.ch.

Mehr zum Thema lesen Sie auch im aktuellen express 2/2012 (hier zu bestellen). 

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