Buchgeschäft bremst Douglas aus

Während der Buchhandel im vergangenen Jahr gegenüber dem gesamten Einzelhandel hinterherhinkte, zeigt sich bei Douglas ein ähnliches Bild: Buch-Tochter Thalia bleibt das Sorgenkind im Douglas-Konzern, zumindest im stationären Geschäft. Umso wichtiger wird die Münsteraner Tochter buch.de für Thalia.
Thalia-Weihnachtsgeschäft schwächer als im gesamten Buchhandel
Der größte deutsche Buchfilialist ist schwach ins neue Geschäftsjahr gestartet. Während der gesamte stationäre deutsche Buchhandel im Weihnachtsquartal um 2,1% zulegte, lag das Plus bei Thalia nur bei 1,1%. Das hat der Douglas-Konzern heute im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf bekanntgegeben.
Auch im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr (1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011) schwächelte die Douglas-Buch-Tochter, und zwar besonders auf der Ergebnis-Seite: Im Vorjahr verbuchte der Filialist einen Gewinn von 20 Mio Euro, im abgeschlossenen Geschäftsjahr nur noch 5 Mio Euro. Dieses Resultat sei „enttäuschend“, erklärte Konzern-Chef Henning Kreke.
Weniger drastisch fällt das Minus beim Umsatz aus: 

  • Im stationären Geschäft verlor Thalia im Geschäftsjahr 1,5% an Umsatz, flächenbereinigt sogar 3,9%.
  • Der Vergleich mit dem buchreport-Umsatztrend für denselben Zeitraum zeigt, dass der größte deutsche Buchfilialist zumindest leicht oberhalb des Branchenschnitts abschloss: Der gesamte stationäre Buchhandel büßte im selben Zeitraum rund 5% seiner Erlöse ein (im Kalenderjahr 2011 lag das Minus bei 2,6%).
Online-Geschäft verhilft Thalia zu Umsatz-Plus
Dass die Douglas-Tochter unter dem Strich doch noch beim Umsatz zulegte, ist der Münsteraner Tochter buch.de zu verdanken. Der Online-Shop, der nach buchreport-Berechnungen inzwischen zu 80% von Thalia kontrolliert wird, verhalf den Hagenern insgesamt zu einem Umsatzanstieg von 3,2% (vergleichbar: -1%) auf 935 Mio Euro (netto).  Online steigerten Thalia und buch.de die Umsätze um über 20%, insgesamt generierte Thalia rund 14% des Gesamtumsatzes über das Internet. 
Der gesamte Douglas-Konzern steigerte im gesamten Geschäftsjahr den Nettoumsatz um 1,7% auf 3,4 Mrd Euro. Mit dem Resultat liegen die Hagener leicht unter den Erwartungen (Umsatzplus zwischen 2% und 4%). Das Ergebnis vor Steuern lag bei 138 Mio Euro (geplant: knapp 140 Mio Euro). 

Ursachen der Thalia-Schwäche

Dass Douglas die eigenen Ziele leicht verfehlte, führt Kreke  neben der schwachen Entwicklung in einigen Auslandsmärkten vor allem auf den Buchbereich zurück. „Dort vollzieht sich gerade weltweit ein gravierender Strukturwandel, der sich auch bei der Umsatzentwicklung von Thalia bemerkbar macht. Daher wurden die Planzahlen unserer Buchsparte recht deutlich unterschritten“, so Kreke weiter. Immer mehr Umsatz wandere in die Online-Kanäle ab.

Update:  Die Douglas-Aktie ist an der Börse unter Druck geraten. Am späten Vormittag verlor das Papier 6,2% auf 26,38 Euro. Anschließend zog der Kurs im Zuge der nachfolgend bekannt gewordenen Übernahme-Pläne wieder an.

So will Douglas auf die Thalia-Schwäche reagieren.

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