Ran an den Leser

Wenig Zahlen und Fakten geliefert, dafür ein breites Bild gezeichnet: In ihren jährlichen Briefen an die Mitarbeiter haben Random-House-Chef Markus Dohle (Foto) und die britische Statthalterin Gail Rebuck ein erfolgreiches Jahr bilanziert. Devise für 2012: nicht auf den Wandel in der Branche reagieren, sondern diesen steuern. Und den direkten Kontakt mit dem Kunden ausbauen.

Angesichts der Digitalisierung sei es wichtig, ein Unternehmen zu schaffen, das „flexibler, effizienter und agiler“ ist, erklärte Dohle. Dabei sei die Autoren- und Kunden-zentrierte Strategie der Verlagsgruppe zentral. Die Vorteile des digitalen Wandels und des „explosiven Booms“ der digitalen Lesegeräte wolle sich der Verlag durch „direct-to-digital publishing“, App-Entwicklung bis hin zu „direct-to-consumer marketing“ und Social-Networking-Promotions sichern.
Vorausblickend kündigt Dohle an, den Autoren und besonders den stationären Händlern mehr Services zu bieten, während die Leser in den Genuss kommen sollen, eine „engere Beziehung“ zum Autor zu knüpfen.
Etwas konkreter beschreibt dagegen Rebuck in ihrem Jahresend-Brief an die Mitarbeiter den Wandel in der Branche. Die Regeln von Agenten, Verlagen und Händlern würden neu definiert.
Während Dohle den Fokus u.a. auf den stationären Handel legt, betont Rebuck, dass es 2012 noch wichtige werde, den direkten Kontakt mit dem Leser auszubauen, da die Online-Auffindbarkeit und Empfehlungen bei künftigen Buch-Erfolgen immer wichtiger würden. Als Beispiel nennt Rebuck Apps wie „The Magic of Reality“ (zu einem Buch von Richard Dawkins)  (hier der Link zum App-Store) oder die Rezepte-App „The Primrose Bakery“ (hier) sowie digitale Projekte wie die Kurzgeschichten-Initiative „Storycuts“ (hier mehr) sowie das Online-Spiel „The Night Circus“ (hier mehr), mit dem die Aufmerksamkeit der Leser noch vor der Veröffentlichung gesteigert und der Dialog mit dem Kunden erst ermöglicht worden sei.
Trotz der „turbulenten Wirtschaft“ werde die britische Verlags-Gruppe das Jahr über Plan abschließen. Den digitalen Anteil an den gesamten Nettoerlösen beziffert Rebuck auf 11%. Der Absatz der E-Books sei um über 500% gestiegen. 

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