Kunde gibt Kaufimpuls

Für Bibliotheken, die sich mit schrumpfenden Budgets auf die zunehmende Nachfrage nach digitalen Medien einstellen wollen, zeichnet sich eine neue Perspektive ab. Das „Patron Driven Acquisition“-Modell von Lehmanns und De Gruyter stößt auf hohes Interesse. 
Seit Ende November bietet die Lehmanns Media GmbH Bibliotheken und deren Nutzern in Zusammenarbeit mit ebrary das als „Patron Driven Acquisition“ (PDA) bezeichnete Erwerbsmodell für E-Books an. Grundidee des neuen Beschaffungskonzepts: Die Bücher werden nicht im Palet eingekauft, sondern erst durch Nutzung erworben. 
Vorteile: Budget geschont, Risiken des Fehleinkaufs reduziert
Für die Bibliotheken ergeben sich zwei Vorteile: Das Budget wird einerseits geschont. „Angesichts signifikanter Budgetkürzungen, mit denen Bibliotheken zunehmend konfrontiert sind, wird es für sie immer schwieriger, ihren Nutzern die gewünschten Informationsangebote mit hohem zeitgemäßem Service bereitzustellen. Hier bieten ihnen Patron Driven Acquisition wie auch unser Service-Komplettangebot für E-Books eine spürbare Entlastung“, sagt Heiderose Lakatsch, Leiterin Key Account Management und E-Book-Team bei Lehmanns.
Zweiter Vorteil: Die Anschaffung der E-Books erfolgt nach Maßgabe des konkreten Nutzungsverhaltens und nicht nach der Prognose derjenigen, die bei den Bibliotheken neue Titel einkaufen. Nach einer Studie aus dem Jahr 1979 (Allen Kent and others: Use of library materials: The University of Pittsburgh Study. New York. Marcel Dekker Inc.) werden 39,8% der Bücher in einer Bibliothek in ersten sechs Jahren nach Anschaffung nicht genutzt. Die Studie bezieht sich freilich auf Print-Titel, doch das Grundproblem, die Präferenzen der Bibliotheksnutzer vorab nicht gut genug einschätzen zu können, bleibt auch im digitalen Zeitalter.
Auch beim Wissenschaftsverlag De Gruyter steht „Patron Driven Acquisition“ oben auf der Agenda. Die Berliner testen aktuell in drei Hochschulbibliotheken in Jülich, Hagen und Mannheim das neue Modell. Die Testphasen laufen erst im kommenden Jahr aus, weshalb es für eine Zwischenbilanz noch zu früh ist. Gleichwohl erklären die Berliner, dass der neue Ansatz auf großes Interesse der Bibliotheken stößt.
Kernbestandteil von PDA à la De Gruyter: Die Bibliotheken zahlen für den Zeitraum der Nutzung von E-Books und Datenbanken eine Gebühr für den gesamten Inhalt, den der Verlag zur Verfügung stellt. Am Ende kann die Bibliothek die Summe für den Erwerb von Inhalten verwenden.
Gegenüber anderen PDA-Modellen, bei denen die Bibliothek beispielsweise automatisch ein E-Book kauft, das mehrfach von Nutzern ausgeliehen wurde, behalte die Bibliothek bei De Gruyter die Entscheidung, was eingekauft wird, erklärt Katrin Siems, Vice President Marketing & Sales.
Mehr zum Thema in einem Buch von David A. Swords, das bei De Gruyter erschienen ist.

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