Keine Lust auf elektronische Druckvorlagen

Hanser-Verleger Michael Krüger hat sich in der „Kulturzeit“ (3sat) zur Digitalisierung der Branche geäußert. Und dabei keinen Hehl daraus gemacht, dass er persönlich mit den „elektronischen Druckvorlagen“ nicht viel anfangen kann.

Grundsätzlich erklärte Krüger, dass er „keine große Lust“ und keine Zeit habe, sich mit den „anderen Druckvorlagen“ und den diversen Online-Kanälen zu beschäftigen. Dennoch sei es wichtig, dass dies jemand im Verlag tue. „Wir haben die Verpflichtung, unsere Bücher zu verkaufen, unseren Autoren und uns selbst gegenüber.“

Das E-Book sei „nichts anderes als eine elektronische Druckvorlage“, der Buch-Text werde eins zu eins reproduziert. Dagegen gebe es nichts Schöneres als eine „Wand gelesener Bücherrücken“.

Auf die Frage, ob die Zukunft aus einem globalen digitalen Buch bestehe, erklärte Krüger, dies sei die Vision von Verlagsmenschen, die vom Geschäft und nicht vom Buch her dächten – dass man „auf Firlefanz“ wie den Buchhandel verzichten könne und viel Geld auf elektronischem Wege verdient.
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Kommentare

4 Kommentare zu "Keine Lust auf elektronische Druckvorlagen"

  1. Ach Gottchen, wie putzig.

    Schön, wenn Herr Krüger es sich leisten kann, Bücher nicht als Geschäft zu sehen. Vielleicht sollte er sich als Schöngeist dann aber auch bitte aus dieser brutalen, harten Wirklichkeit heraushalten und mit seinem Buch kuscheln gehen.

    Ich zumindest muss (und will) mit meinen E-Books Geld verdienen.

  2. Frank Auerbach | 2. Dezember 2011 um 0:28 | Antworten

    Wie bitte? Brave New World …

  3. Peace! Und ganz ruhig Brauner. Also bei mir hat sich Begeisterung über die haptische Ästhetik eines Reclam-Heftchens in sehr sehr engen Grenzen gehalten. Sagen wir mal in Zahlen nahe Null. Andererseits warum eigendlich immer diese Totschlagkeule? Wird hier irgendein Krieg geführt? Meine Güte es geht doch nur um ein WEITERES neues Medium, das nun so langsam technisch soweit ist wirklich marktreif zu sein.
    Es ändert sich was und dabei wird es Gewinner und Verlierer geben. Aber ständig unterschwellig den totalen Kulturniedergang mitschwingen zu lassen und sehr arrogant – leider fällt mir keine andere passende Bezeichnung ein – auf diese anderen ‚Kulturlosen/-zerstörer‘ herab zu blicken, finde ich mindestens so daneben wie die digitale Hysterie. Ein bisschen weniger wäre hier denke ich mehr.

  4. Dank sei Michael Krüger! (Und ein spät-nachbarschaftlicher Gruß „um die Ecke“ vom Herzogpark, wo ich vor Jahrzehnten Verlagsleiter bei Ehrenwirth war.) Echte Verleger wissen auch noch um die (haptische) Ästhetik des Buches – und sei’s ein minimalistisches Reclam-Heftchen. Die derzeitige digitale Hysterie erinnert mich an die Aussage eines jener Bertelsmann-Klone (oder -Clowns) vor etlichen Jahren, der den Verleger bzw. Lektor allein als „content provider“ definierte – und sonst nix. Und dann: Hauptsache Rendite.

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