Gucken, scannen, kaufen

Der QR-Code rückt als Marketinginstrument immer stärker in den Fokus der Buchbranche. Aktuelle Reflexe: In Österreich folgt Thalia auf den Spuren von Weltbild und will Leser in U-Bahn-Stationen zum Kauf animieren. Hierzulande setzt ZYX Hörbuch auf die schwarz-weißen Links.

Ab 1. Dezember 2012 testet Thalia in Wiener U-Bahn-Stationen im Rahmen eines Pilotprojekts fünf bis zehn Plakate, über die ausgewählte Bücher per QR-Code gekauft werden können. Damit nimmt sich die Douglas-Tochter ein Beispiel am Augsburger Wettbewerber Weltbild, der Ende August gleich 140 Plakate in Hamburg einsetzte, um den neuen mobilen Shop zu bewerben (hier mehr).

Beim kleinen Hörbuch-Anbieter ZYX Hörbuch sollen ab sofort QR-Codes auf den Produkten sowie in der Kommunikation des Verlags (Anzeigen, Flyer und Kataloge) eingesetzt werden.

Dass die internetfähigen Mobiltelefone Einfluss auf das Einkaufsverhalten nehmen, gilt unter Handelsexperten als sicher. Diese These wurde zuletzt gestützt durch die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung von Verbraucher Initiative und dem Online-Händler Ebay: Fast Dreiviertel aller Besitzer von Smartphones und Tablet-PCs haben sich demnach vor dem Kauf eines Produkts schon einmal mobil informiert (hier mehr). Am häufigsten wird das Gerät zur Preisermittlung genutzt, aber auch Produkteigenschaften, Verfügbarkeit oder die Meinungen anderer Käufer sind von Interesse. Nach Unterhaltungselektronik, Computern, CDs und DVDs sowie Apps holen mehr als die Hälfte der Smartphone-Besitzer auch Infos über Bücher ein.

Die Buchbranche hat bereits reagiert:

  • Speziell Hörbuchverlage können via QR-Code Hörproben direkt aufs Handy liefern. Der Audio Verlag integriert seit September QR-Codes als Standard auf der Rückseite sämtlicher Novitäten. Andere Hörbuchverlage setzen auf Lösungen, die Hörproben und Zusatzinfos über das Einlesen von Barcode/ISBN verfügbar machen. Der Musik- und Hörbuchverlag Roof Music hat die Hörbuch-App „ItellU“ als verlagsübergreifende Lösung vorgestellt, die auf die Datenbank des Verzeichnis lieferbarer Bücher (VlB) zugreift.
  • Eine ganze Reihe von Buchverlage testen QR-Codes bereits in der Endkundenwerbung z.B. bei Gewinnspielen sowie in den Verlagsvorschauen und auf Plakaten. Umstritten ist der Einsatz auf Buchumschlägen, da diese sich aus ästhetischen Gründen nur begrenzt als Werbeplattform eignen.
  • Da über den QR-Code gedruckte Bücher mit Zusatzmaterialien angereichert werden können, prognostiziert das Online-Fachmagazin „Publishing Perspectives“, dass dieses Format als Gegenstück zum digitalen Enriched-E-Book zum Standard werden könnte.

Auch die im Oktober präsentierte buchreport-App enthält einen QR-Reader.

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