Alles wird billiger

Seit am 1. November in der Londoner Einkaufsmeile Oxford Street die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet wurde, hat auch der britische Buchhandel das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Noch sind nicht alle Läden weihnachtlich dekoriert, doch das Kerngerüst der Kampagnen steht: Nicht ganz überraschend geht auch in diesem Jahr alles über den Preis. Klingelnde Kassen tun dringend not, denn laut Nielsen BookScan lag der Oktober um 8% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat zurück.

Anders als in früheren Jahren gibt es im stationären Handel diesmal allerdings bis Heiligabend wenig durchgehende Preiskampagnen, sondern stattdessen viele zeitlich begrenzte Aktionen, die teils nur für Hardcover, teils nur für Taschenbücher gelten und sich gelegentlich auch überschneiden dürfen. Wie das geht, zeigt der Aktionskalender von WH Smith für November, der zusätzlich von intensiver TV-Werbung begleitet wird:

  • Gestartet hatte der Medienhändler seine weihnachtlichen Aktivitäten am 1. November mit einer zehntägigen Preispromotion für ausgewählte Hardcover-Bestseller, die mit einem Rabatt von 75% angeboten wurden.
  • Kaum war diese Kampagne zu Ende, wurde jedem Einkauf an der Kasse eine sogenannte „Privilege Card“ im Scheckkartenformat beigelegt. Wer diese zwischen dem 17. und 27. November in den rund 550 High-Street-Läden vorlegt, erhält auf alle Bücher, Spiele, Schreibwaren und Geschenkartikel 20%, auf Zeitschriften, CDs und DVDs sowie Computersoft- und hardware 10% Rabatt; der Nachlass gilt auch für bereits herabgesetzte Artikel.
  • Parallel läuft (wahrscheinlich bis in den Dezember hinein) eine 3-for-2-Aktion für Kinder- und Jugendbücher. Und wer ein Taschenbuch der WHS-Bestsellerliste bzw. einen Reiseführer oder ein Hörbuch kauft, bekommt einen zweiten Titel aus diesen Warengruppen zum halben Preis.

Waterstone’s und Co. werden noch an der Preisschraube drehen

Im Vergleich mit den Aktivitäten von WHS nehmen sich die Weihnachtskampagnen der Konkurrenz (noch) mager aus. Doch die Buchhandelsgrößen haben bereits angekündigt, dass sie ihre (Preis-)Aktivitäten im Dezember intensivieren werden, ohne allerdings Einzelheiten preiszugeben:

  • Londons Platzhirsch Foyles bietet derzeit ausgewählte Hardcover-Novitäten zwischen 25 und 40% billiger an.
  • Blackwell geht in diesem Jahr neue Wege. Erstmals gibt es in den Filialen keine einheitliche Weihnachtsdekoration, sondern jede Buchhandlung dekoriert individuell und schneidert auch die Sonderangebote selbstständig auf den lokalen Markt zu. Ab 1. Dezember wird im Internetshop ein Online-Adventskalender mit einem billigen Schwerpunkttitel pro Tag freigeschaltet.
  • Waterstone’s bietet in seinen Buchhandlungen zur Zeit mehrere Dutzend Taschenbücher um 25 oder 33% unter dem empfohlenen Verkaufspreis an; außerdem eine überschaubare Anzahl von gebundenen Bestsellern zum halben Preis, darunter „Inheritance“ von Christopher Paolini und Jamie Olivers neuen Kochbestseller „Jamie’s Great Britain“.

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