Offline-Primus setzt Onliner unter Druck

Während hierzulande besonders Weltbild und Hugendubel mit einem eigenen Tablet den großen Elektronikkonzernen den Kampf angesagt haben, sucht der größte US-Buchhändler Barnes & Noble (über 700 Filialen) im Heimatland von Amazon & Co. das Duell. Ab der kommenden Woche (der Verkaufsstart ist am 18. November, drei Tage nach der Auslieferung des Kindle Fire) verkauft B&N neben klassischen E-Readern auch einen eigenen Tablet-Computer. Zunächst nur in den USA – 2012 voraussichtlich aber auch in Europa.

Am gestrigen Montag präsentierten BN.com-Chef William Lynch und der für digitale Produkte verantwortliche B&N-Manager Jamie Iannone das Nook-Tablet, mit dem der Buchhändler besonders die Konkurrenz zum Amazon-Tablet Fire sucht:

  • 7-Zoll-Touchscreen-IPS-Display, 1024 mal 600 Pixel, 1 GHz Dual-Core-Prozessor, 1 GB Arbeitsspeicher (Kindle Fire: 512 MB) und 16 GB Massenspeicher (Kindle Fire: 6 GB).
  • Das System wird durch das Google-Betriebssystem Android (2.3) gesteuert; laut „Publishers Weekly“ fehlt der direkte Zugang zum Android-Marketplace, wo Apps angeboten werden.
  • Die Batterie soll elf Stunden Lektüre und neun Stunden Videoschauen ermöglichen.
  • Die Verbindung zum Internet erfolgt per Wi-Fi.
  • Zum Start bietet B&N einen 2,5 Mio E-Books umfassenden Katalog, außerdem hat der Buchhändler die digitalen Ausgaben von 250 (Print-)Zeitschriften sowie 35 reine digitale Zeitschriften im Portfolio.
  • Nook-Kunden können Filme per Stream von NetFlix und Fernsehshows via Hulu per Stream beziehen; im Musikbereich hat B&N eine Kooperation mit Pandora geknüpft.
  • Preislich liegt das Nook-Tablet mit 249 Dollar über dem Kindle-Rivalen Fire (199 Dollar).

 Hier mehr zu den technischen Spezifikationen

Nicht nur bei Hardware und Titelangebot sucht B&N das direkte Duell insbesondere mit Amazon – „Unser Tablet ist wertiger als der Kindle Fire“, erklärte Lynch gestern in New York. Im stationären Sortiment will der Filialist die Beratungskarte ausspielen, bei der der Onliner zumindest im Offline-Feld – da keine eigenen Filialen – passen muss. Nook-Kunden sollen in den Läden kostenlose technische Hilfeleistungen in Anspruch nehmen können.

Ähnlich wie Amazon vor einigen Wochen hat auch B&N im Zuge der Tablet-Präsentation die Preise der herkömmlichen E-Book-Reader gesenkt:

  • Das Basis-Modell Nook Simple Touch kostet nur noch 99 statt 139 Dollar.
  • Der Preis für den Nook-Color wurde von 249 auf 199 Dollar gesenkt.

18 Monate nach dem Start des Nook-Programms kontrolliert B&N nach eigenen Angaben rund ein Viertel des US-E-Book-Marktes. Auf der digitalen Agenda der Amerikaner steht nach dem Tablet-Launch besonders die Internationalisierung. Wie der „Bookseller“ berichtet, hat CEO William Lynch angekündigt, in den kommenden vier Monaten die Nook-Geräte auch in Großbritannien zu verkaufen. Den Schritt in Richtung Kontinentaleuropa hat Lynch bisher noch nicht erwähnt, doch angesichts der hohen Investitionen in Hardware und Inhalte dürfte die Ausweitung aufs europäische Festland ebenfalls geplant sein.

Content-Partnerschaften mit Europäern unterhält B&N ohnehin schon, seit einem Jahr u.a. mit der Börsenvereins-Tochter Libreka. Auch die digitalen Vertriebsspezialisten von Bookwire beliefern die B&N-Plattform.

Hier die Produktpräsentation von B&N:


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