Seattle will alles

Erst Online-Shop samt Gebrauchtbuchgeschäft, dann Verlag, jetzt digitale Bibliothek – Amazon scheint den ganzen Buchmarkt in einem Unternehmen abbilden zu wollen. Seit Mittwoch (2.11.) hat der Online-Riese auch einen E-Book-Verleih im Portfolio.

Die sechs größten Verlage befürchten eine Kannibalisierung

Zum Start sind in Amazons digitaler Bibliothek rund 5.000 Titel gelistet, darunter gut 100 aktuelle oder ehemalige „New-York-Times“-Bestseller. Keiner der sechs größten US-Verlage ist Partner des digitalen Bibliotheksservice, nach Informationen des „Wall Street Journal“ aus Sorge, dass das Ausleihprogramm den Verkauf kannibalisieren könnte.

Die meisten Verleger haben laut Amazon ein feste Lizenzgebühr mit dem Online-Riesen ausgehandelt, einige Verlage werden zu Großhandelsbedingungen für jeden entliehenen Titel bezahlt, um den Verlagen „das stufenweise Wachstum und die Umsatz-Potenziale des neuen Services zu beweisen“.

Service nur für Premium-Kunden mit Amazon Kindle

Auch Amazon scheint eine Kannibalisierung zu befürchten und hat den Service arg eingeschränkt: Ausschließlich Prime-Kunden können die E-Books über amazon.com ausleihen – und dies auch nur einmal im Monat. Die Premium-Kunden zahlen jährlich 79 Dollar für eine schnellere Belieferung und den Zugriff auf eine digitale Filme- und TV-Show-Bibliothek. Das geliehene E-Book dürfen die Kunden so lange auf dem Gerät belassen, wie sie es wünschen. Wenn sie ein neues Buch leihen, wird das vormals entliehene Exemplar gelöscht.

Gleichzeitig will Amazon die Attraktivität der eigenen Geräte erhöhen: Die geliehenen Bücher können nur auf dem E-Ink-Lesegerät Kindle oder dem Tablet Kindle Fire gelesen werden. Über Kindle-Apps oder andere Lesegeräte können die E-Books nicht aufgerufen werden, obwohl bei amazon.com gekaufte Bücher über entsprechende Apps auch auf anderen Geräten, wie Apples iPad, iPhone bzw. Android-basierten Smartphones und Tablets, genutzt werden können.

Ausleihservice ergänzt bisherige Verleihmodelle

Schon seit dem Jahreswechsel können Kindle-Nutzer in den USA ihre E-Books 14 Tage lang an Freunde und Bekannte verleihen. Verleihbare Bücher sind entsprechend bei Amazon gekennzeichnet. Die Verleihversionen können auf dem Kindle ebenso wie auf dem PC, Mac oder Smartphones gelesen werden. 

Seit Juli können Studenten über amazon.com digitale Lehrbücher mieten, für einen Zeitraum zwischen 30 und 360 Tagen, je nach Verleihdauer zu unterschiedlichen Preismodellen. 

Seit September kooperiert Amazon mit nationalen Bibliotheken, seitdem können die Nutzer einer städtischen Bibliothek auch E-Books für den Kindle ausleihen. Nach Angaben von Amazon nehmen bereits mehr als 11.000 Bibliotheken in den USA an dem Programm teil.

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