Ein Destillat aus Notizen

buchreport gibt Einblicke die Kreativitätsstätten von Bestsellerautoren und zeigt, wo ihre Bücher entstehen. Ebenso wie Jussi Adler-Olsen und Arne Dahl lässt sich auch Entertainer und Gedankenleser Thorsten Havener (Foto) beim Schreiben von Musik inspirieren. Seine Bücher entstehen aber nicht am Schreibtisch:

„Ich habe keinen festen Arbeitsplatz für das Schreiben meiner Bücher. Mein regulärer Schreibtisch ist kontaminiert, da ich dort so hässliche (aber notwendige) Dinge wie Abrechnungen und sonstige Büropflichten erledige. Zum kreativen Texten besetze ich verschiedene Stellen im Haus: Esstisch, Küchentisch oder auch Terrasse. Da ich zum Schreiben absolute Ruhe brauche, sind meine Bücher hauptsächlich nachts, in Hotels oder im Urlaub geschrieben worden. Ich sehe dabei die Details der einzelnen Kapitel teilweise vor meinem geistigen Auge direkt vor mir und schreibe das dann auch: Die Aussicht aus dem Apartments eines Freundes (Central Park in New York), das Meer (Griechenland und Frankreich), die Alpen, Pinien in der Toskana und eine Apfelplantage in Südtirol. Mein Handy schalte ich zum Schreiben grundsätzlich aus, auch meine Mails checke ich nur zweimal täglich zu festen Zeiten, da sonst meine Produktivität leidet.  

Ich liebe es, die Stapel meiner ungeordneten Notizen zu durchforsten, in eine Ordnung zu bringen und dann ein Destillat daraus zu Papier zu bringen. Parallel dazu schreibe ich alle Themen, die ich unterbringen möchte, auf je einen Post-it-Zettel. Diese Zettel klebe ich dann an die Wand meines Arbeitszimmers (für solche Arbeiten ist das Arbeitszimmer okay, die Tür ist ja nicht kontaminiert …). Die Zettel werden so lange umgeklebt, bis ich mit der Reihenfolge der Themen und der Gesamtstruktur zufrieden bin. Dieser Vorgang kann sehr lange dauern, sich sogar über Wochen erstrecken. Dabei höre ich gern Musik,aber nie aus dem Radio, sondern immer von mir ausgewählt. Das kann alles sein, von Bach bis Dire Straits.  

Sobald die Themen ausgewählt sind und die Struktur steht, lege ich mit dem Schreiben los. Dabei halte ich mich strikt an meine gewählte Struktur und stelle nichts mehr um. Ich schreibe immer chronologisch nach dem Inhaltsverzeichnis. Beim Schreiben esse ich zu viel Schokolade und trinke zu viel Wein, ab und zu rauche ich sogar ein Zigarillo – alles Dinge, die ich nur sehr selten mache, wenn ich nicht gerade ein Buch schreibe …“


Thorsten Havener

lässt in seinem aktuellen Programm sein Publikum an seinen Fähigkeiten teilhaben. Er zeigt die humorvolle Seite des sonst eher ernst konzentrierten Münchners. Er weiht die Zuhörer in vermeintlich kleine Geheimnisse der Kommunikation ein, Geheimnisse mit überraschend großer Wirkung. Die Tournee läuft noch bis zum 18. Dezember. Seine Kenntnisse hat Havener in drei Bücher einfließen lassen,  die alle oben auf der Bestsellerliste platziert waren, sein aktueller Titel „Denk Doch, was du willst“ (Wunderlich) kletterte bis auf den zweiten Rang.

Weitere Artikel aus der Reihe:

  • „Ohne Musik, kein Jussi Adler-Olsen“
  • Arne Dahl: „Keine Grenze zwischen Schreiben und Leben“

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