Wir sind hier um zu bleiben

Vor der Buchmesse dampfte es mächtig in der Pubbles-Gerüchteküche – Co-Chef Bernhard Mischke werde zu Thalia wechseln, Bertelsmann habe eine lange geplante Werbekampagne für Pubbles verschoben oder gestoppt. Vor diesem Hintergrund hatten die für den digitalen Kiosk zuständigen Manager vermutlich keinen leichten Stand in Frankfurt. Im Gespräch mit buchreport zeigt sich Co-Geschäftsführer Thomas Feinen dennoch selbstbewusst und siegessicher.

„Wir werden einer der Gewinner sein“, versichert Feinen rund ein Jahr nach dem Start des digitalen Bücher- und Presse-Kiosks. Und: „Die Firma Pubbles ist here to stay“. Und: „Das beste Angebot wird sich am Ende durchsetzen“. Und: „Unsere Strategie wurde voll bestätigt, andere Häuser haben unser Konzept kopiert“, sagt Feinen, (unausgesprochen) mit Blick auf Wettbewerber Pageplace (Deutsche Telekom).

E-Books sind Kerngeschäft

Der hat noch das größere Angebot: Die Bonner taxieren ihren Bestand auf 60.000 digitale Bücher, 590 E-Magazine und 50 E-Zeitungen, während Pubbles aktuell 50.000 E-Books und 90 Presse-Titel (Schwerpunkt: Titel der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr) angibt. Feinen stellt aber in Aussicht, dass der E-Book-Bestand noch im 4. Quartal um 100.000 Titel wachsen werde, im Presse-Bereich werde der Bestand bald ins Dreistellige steigen. Verteilung der Umsätze laut Feinen: E-Books machten „den größeren Anteil des Geschäfts aus“, Zeitungen und Zeitschriften-Inhalte seien gleichwohl Kernbestandteil; der E-Book-Markt sei weiter fortgeschritten als der Markt der digitalen Zeitungen und Zeitschriften. Was die Sache nicht einfacher machen dürfte, da sich die Hamburger, mit einem primären Fokus auf digitale Bücher, nicht nur gegen mächtige Presse-Wettbewerber wie Pageplace oder iKiosk (Springer), sondern auch etablierte E-Book-Shops à la libri.de, Thalia/buch.de behaupten müssen.

Feinen sieht auf dem noch jungen Markt schon heute erste Konsolidierungserscheinungen – die kommenden sechs bis neun Monate seien „game changing“, also entscheidend, welche zwei bis drei E-Kioske sich auf dem deutschen Markt behaupten könnten. Sicherlich sei neben den internationalen Digital-Riesen Platz für nationale Player, für „Gattungsmarken“ wie Pubbles.

B-2-B-Geschäft soll ausgebaut werden

Auf dem hart umkämpften Markt durchsetzen wollen sich die Hamburger nicht nur durch eine Ausweitung des Geschäftsmodells. So soll neben dem Endkundengeschäft eine B-2-B-Schiene ausgebaut werden, auf der Partner die Technologie der Bertelsmann-Tochter als White-Label-Lösung nutzen können.

Daneben will das Startup neue Partner gewinnen und als Gesellschafter neben Bertelsmann ins Boot setzen. Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob Weltbild gemeinsame Sache mit dem Medienkonzern macht; angeblich seien die Verträge schon unterzeichnet, heißt es in der Gerüchteküche. Feinen dementiert. Aber, ja, man sei auf der Suche, dies sei aber von Anfang bereits geplant gewesen. Man rede allerdings mit mehr als einem bis zwei Partnern.

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