Lokaler Handel und Online gehören zusammen

„Die Lage ist sehr ernst“, beschreibt Andrea Nunne, von Bücher & Co in Hamburg die aktuelle Situation der kleineren, unabhängigen Buchhändler. Wie der Buchhandel dem Wandel weg vom stationären Handel hin zum Onlineversand begegnen kann, war am Messefreitag Thema der von buchreport moderierten und in Kooperation mit der Akademie des Deutschen Buchhandels organisierten Veranstaltung „Kunden binden mit Multichannel und Buy-Local-Apell“ im Hotspot Publishing Service auf der Frankfurter Buchmesse.

v.l.n.r.: Michael Riethmüller (Ravensburg), Andrea Nunne (Bücher & Co), buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking, Buchhandelsberater Arnd Roszinsky-Terjung und Jan Hoffmann (Buchhandlung Hoffmann)

Der Buchhandel sähe sich einem dramatischen Wandel konfrontiert, der deutlich schneller und massiver vorangeht als in der Vergangenheit, so Nunne. Dennoch werde der Online-Handel von vielen kleinere Buchhandlungen unterschätzt oder zumindest nicht selbst aktiv angegangen. Dabei sei es gerade in der derzeitigen Umbruchphase wichtig, die Stammkunden vor Ort im Ganzen zu halten. Denn: „Kann der Buchhändler seine Kunden online nicht halten, läuft er Gefahr, sie auch vor Ort zu verlieren.“  

Michael Riethmüller von der Ravensburger Buchhandlung Ravensbuch: „Wir müssen den Kunden klar machen, dass wir nur dann eine attraktive Innenstadt schaffen können, wenn wir selbst etwas dafür tun.“ Er arbeitet zurzeit an einer bundesweiten Initiative, die spätestens bis Mitte nächsten Jahres starten soll. Unter dem Motto „Lass den Klick in Deiner Stadt“ wirbt auch Jan Hoffmann von der gleichnamigen Buchhandling in Eutin für den lokalen Einkauf und seinen Onlineshop. Gute Erfahrungen hat er zudem mit Google Adwords gemacht.

„Leider sind die Podiumsteilnehmer nicht repräsentativ für den Handel, der in Bewusstsein und operativer Performance weit davon entfernt ist, sich zur Treibfeder einer lokalen Initiative zu machen“, weitet Buchhandels-Berater Arnd Roszinsky-Terjung den Blick auf das allgemeine Sortiment. Potenzial sei vorhanden: In der Gesellschaft herrsche eine starke Tendenz zur Lokalisierung und Regionalisierung als Gegenschlag zur Globalisierung. Er hofft, dass bald eine kritische Masse aktiver Händler erreicht ist, damit das Thema regionaler Einkauf in den Medien Karriere macht und schließlich in der Politik ankommt.

Auch der Verband müsse sich dem Thema Online-Handel stärker annehmen, kritisiert Nunne: Die Ideen der Börsenvereins-Wirtschaftstochter MVB seien unausgereift und genügten nicht den Ansprüchen der Buchhändler. Ein intensiverer Dialog mit den Sortimentern sei gefragt. Und Kollege Riethmüller ergänzt: Da der Verband auch die Ketten vertrete, die die Innenstädte mit ihren Filialen austauschbar machten, müssten die Händler selbst aktiv werden.  

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