Ausweitung der Digitaldruckzone

Tolle Idee, zahlreiche Vertriebspartner, aber zu wenige Inhalte – auf diese Formel lässt sich die Entwicklung der „Espresso Book Machine“ in den vergangen Jahren bringen. Doch der Anbieter On Demand Books baut aktuell im Eilschritt die Verlagspartnerschaften aus. Jüngster Zuwachs: O’Reilly. Auf der TOC Frankfurt haben die Firmenlenker Jason Epstein und Dane Neller die Zukunftspläne skizziert.

In der Buchwelt bleibt die Vision, in zahlreichen  stationären Buchhandlungen oder Bibliotheken die Regale und teuren Lager teilweise abzubauen, weil selbst Bücher aus der hintersten Backlist-Nische schnell gedruckt werden können, ein Faszinosum. Doch zumindest außerhalb der USA ist die „Espresso Book Machine“ noch eine Exotin. Aktuell drucken weltweit 85 Maschinen in Buchhandlungen, Bibliotheken und Universitäten in den USA, Kanada, Großbritannien, dem Mittleren Osten, Asien und Australien.

Kontinentaleuropa fehlt noch auf der Landkarte der New Yorker. Eine 2008 mit Libri/Books on Demand unterzeichnete Absichtserklärung zum Vertrieb im deutschen Buchhandel hat bisher keine Ergebnisse gebracht – man wolle auf ausgereifte Geräte warten, hieß es zuletzt bei Libri.

Was dem früheren Random-House-Urgestein Epstein außerdem fehlte, waren – neben dem hohen Bestand an Self-Publishing-Büchern und gemeinfreien Titeln – die Kataloge großer Verlage. In diesem Punkt erzielt On Demand Books allerdings Fortschritte: Nachdem kürzlich ein Vertrag mit HarperCollins unterschrieben wurde, 5000 Trade-Paperback-Titel (darunter Erwachsenen und Kinder-Bücher) für das Espresso-Programm ab November 2011 verfügbar zu machen, einigten sich Epstein und Neller jetzt auch mit O’Reilly. Die Details bleiben noch vage: Man wolle einen „substanziellen Teil“ der Paperback-Titel ins Programm aufnehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

In Frankfurt stellten Epstein und Neller weitere internationale Partnerschaften in Aussicht, ohne Namen zu nennen. Auf die Frage, wie sich die Buchbranche durch die Digitalisierung und den Digitaldruck on Demand verändern werde, verwies Epstein auf kleinere und agile Verlage, die große Chancen hätten: „Die Funktion des Buchmachens wird sich nicht ändern. Mich erinnert das an Random House vor 50 Jahren, als wir nur Lektoren hatten, kein Management und keine Meetings.“ Noch vor zehn Jahren habe er jedem Interessenten abgeraten, in die Buchbranche zu gehen. Doch heute stehe die Branche vor einer interessanten Zeit.

Hier ein Mitschnitt der Podiumsdiskussion auf der „TOC Frankfurt 2011:

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