Ungewöhnliche Begegnungen

Die Frankfurter Buchmesse nutzt in diesem Jahr die riesige temporäre Ausstellungshalle (Foto) auf dem Freigelände, die der Autobauer Audi nach der Automobilmese IAA stehen gelassen hat. Sie wird u.a. für Konferenzen („StoryDrive“), Pressezentrum und Antiquariatsmesse genutzt. Die Zusammenarbeit soll aber über die Veranstaltung in der nächsten Woche hinausgehen.

Die futuristische Halle wird zwar nach der Buchmesse abgebaut, aber der Kontakt bleibt. Offenbar sieht Audi in der Verbindung mit der Medien- und Kreativbranche einen Reiz und die Buchmesse kann sich mit medialer Aufmerksamkeit für die Hallennutzung bedanken.

Die Partner haben jedenfalls eine mehrjährige Kooperation verabredet, „um dem Ideen-Austausch verschiedener Disziplinen und Denkrichtungen eine Bühne zu geben“, formuliert Audi in gehobenem PR-Sprech: „Ziel ist die gemeinsame Förderung innovativer Denkansätze, die gerade in Konvergenz, an den Schnittstellen der Fraktionen, entstehen sollen.“ Audi-Marketingvorstand Peter Schwarzenbauer: „Wir glauben, dass wir einen intensiven gesellschaftlichen Austausch darüber brauchen, wie wir in Zukunft leben möchten. Diesen Austausch wollen wir stärken.“ Literatur bleibe ein wichtiger Seismograph dafür, was die Menschen bewegt.

Da mag Messechef Juergen Boos bei der Sinnstiftung der Zusammenarbeit nicht nachstehen: „So unterschiedlich das Schaffen von Literaten und Ingenieuren, von Medienschaffenden und Designern auch ist: Am Anfang steht für sie alle das weiße Blatt Papier – und am Ende die Erkenntnis, dass kreative Grenzüberschreitung neue Perspektiven eröffnet.“ Deshalb werde die Frankfurter Buchmesse zum offenen Begegnungsort für innovative Gestalter, weit über das klassische Buchformat hinaus“, so Boos weiter.

Mit dem in der kommenden Woche startenden Kooperationsprojekt „Open Talks“ wollen Buchmesse und Audi ein Forum entwickeln „für den Austausch zwischen Persönlichkeiten unterschiedlicher Disziplinen, Fachrichtungen und Denkschulen. Entstehen soll ein Diskussionsraum, der ungewöhnliche Begegnungen ermöglicht und so Impulse für eine Kultur der interdisziplinären Offenheit und Dialogfähigkeit schafft.“ Als Leitfragen werden in den Raum gestellt: „Wie entsteht neues, zukunftsweisendes Denken? Was schafft Kreativität und Innovation?“

Kommentare

1 Kommentar zu "Ungewöhnliche Begegnungen"

  1. Na, da haben wir aber schon das erste gemeinsame Projekt: Wolf Schneider einladen und Deutsch lernen.
    Denn auch das Blatt Papier, das weiße / zeigt mit PR-Quatsch keinen schönen Reim…

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