Postskriptum: Polarisierender Papst

Das beherrschende Thema dieser Tage ist der Besuch von Papst Benedikt XVI., auch wegen seiner Rede vor dem Bundestag. Großes Talkshowthema war Anfang der Woche der angekündigte Boykott der Rede durch kirchenkritische Abgeordnete: Er sei schändlich, tönte es dagegen vor allem von kirchlichen Würdenträgern und anderen Abgeordneten. Aber bei aller Aufregung kann man die freigeistigen Parlamentarier schon verstehen: Die Gefahr, den Bundestag nach der Rede als linientreue Katholiken zu verlassen, ist ihnen wahrscheinlich einfach zu groß.    

Wulff: Wiederverheiratet

Apropos Papstbesuch: Dunkle Worte sprach im Vorfeld der Visite der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Mit Blick auf die Diskussion, ob Wiederverheiratete in der katholischen Kirche am Abendmahl teilnehmen dürfen, sagte Müller, selbst der wiederverheiratete Bundespräsident Christian Wulff habe „als Katholik keine besonderen Vorrechte“. Soso. Mit anderen Worten: Unser Bundespräsident darf also in einer katholischen Kirche nicht zum Abendmahl gehen. Ist das nicht auch eine Art Boykottaufruf? Da haben wir doch schon wieder ein schönes Talkshowthema für die Zeit nach dem Papstbesuch.    
Vierbeiner: Verführt

Zu einem Dementi sieht sich die Stadt Bochum gezwungen. In den Medien war berichtet worden, Steuerkontrolleure der Stadt würden in den kommenden Wochen mit der sogenannten „Wuff-Methode“ nach nicht gemeldeten Hunden suchen, d.h. vor Haustüren bellende Geräusche von sich geben, um versteckte Vierbeiner zum „antworten“ zu animieren. Die Stadtverwaltung versichert dagegen, kein Kontrolleur werde bellen. Auch Hecheln, Schwanzwedeln und Stöckchenholen sollen nur in Einzelfällen zur Anwendung kommen, wenn es für die Wahrheitsfindung unerlässlich ist.

Herles: Heruntergeputzt

Wenig anregend geriet am vergangenen Freitag die erste Ausgabe der ZDF-Literatursendung „Das blaue Sofa“ von Wolfgang Herles. Dem Vergleich mit der ARD-Sendung „Druckfrisch“ von Dennis Scheck halte sie nicht stand, befand die Kritikermehrheit. Aus dem vielstimmigen Chor hier der schönste Verriss, gefunden auf literaturcafe.de: „Wenn Scheck ,Druckfrisch‘ ist, ist Herles ,Altpapier‘.“

Vorlesen: Väterlich

Zum Schluss noch ein hübscher Witz für die engagierten Leseförderer im Buchhandel: Ein Vater liest seinem kleinen Sohn abends zum Einschlafen aus dem Märchenbuch vor. Nach einer halben Stunde kommt die Mutter ins Zimmer und fragt flüsternd: „Na, ist er eingeschlafen?“ Antwortet das Kind: „Ja, endlich!“

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