Postskriptum: Erhellende Erkenntnisse

Heiteres Rauschen im Blätterwald hat eine Gastwirtin aus dem badischen Ladenburg ausgelöst: Als der schwedische Monarch Carl Gustav und seine Gattin Sylvia bei ihr einkehren wollten, erkannte sie die beiden nicht und schickte sie höflich in eine benachbarte Pizzeria, weil sie mit der Bewirtung einer Hochzeitsgesellschaft alle Hände voll zu tun hatte. Sie habe eben keine Zeit, „den ganzen Tag Illustrierte zu lesen“, erklärte die Gastronomin später. In den amüsierten Kommentaren bleibt meist unbeachtet, dass sie dem Königspaar einen Wunsch erfüllt hat: Offensichtlich wollten Carl Gustav und Sylvia inkognito reisen, sonst hätten sie ein Heer von Höflingen vorausgeschickt. Insbesondere der König dürfte sehr genossen haben, unerkannt zu bleiben. Wie man hört, ist er in seiner Heimat vor allem in solchen Etablissements wohl bekannt, in denen viel Deftigeres geboten wird als badische Hausmannskost.

Luftverkehr: Letal

Schockierendes ist zu lesen in dem Büchlein „Keks oder Colt“ von Jörg Heinrich, einer kleinen Aufklärungsschrift über skurrile Lebensgefahren, die jetzt bei Sanssouci erscheint: Fliegen sei „mordsgefährlich – vor allem, wenn Sie am Boden bleiben“, schreibt der Autor. „Laut einer Studie der Universität Cambridge sterben jährlich rund 10000 Menschen aufgrund von eingeatmeten toxischen Stoffen, die von Flugzeugen abgesondert werden.“ Das ist ja entsetzlich. Da versucht man wohl am besten, wenn man in Zukunft ein Flugzeug über sich am Himmel sieht, die Luft anzuhalten, bis man sicher sein kann, dass sich dessen giftige Dämpfe verzogen haben. So zehn Minuten lang ungefähr.

Assyrer: Abgeklärt

Sehr amüsiert habe ich mich bei der Lektüre des jetzt bei Ullstein erschienenen Buches „Das Känguru-Manifest – Der Känguru-Chroniken zweiter Teil“ von Marc-Uwe Kling über den Eröffnungsabschnitt „Was bisher geschah: In der Zeitschrift für Assyriologie übersetzte H. Zimmern 1896 einen fast 3000 Jahre alten Text, der in den Ruinen der Bibliothek des Assurbanipal in Ninive gefunden wurde, aus der Keilschrift ins Deutsche. Auf dem Tontäfelchen hatte der Umanu (Weisheitsvermittler) Shaggil-kinam-ubib notiert: ,Schaust du hin, so sind die Menschen insgesamt blöde.‘ Das fasst im Prinzip alles ganz gut zusammen.“

Hauptstadt: Herb

Ebenfalls sehr amüsiert habe ich mich über eine Sammlung „Die frechsten Sprüche aus der Hauptstadt“ mit aktuellen Beispielen für die berühmte „Berliner Schnauze“. Hier das schönste: „Passant: ,Entschuldigen Sie bitte, in welcher Richtung geht es hier zur Volksbühne?‘ Obdachlosenzeitung-Verkäufer: ,Seh ick aus wie der Straßen-Wisser-Mann oda wie der Straßenzeitungs-Verkäufer-Mann?‘“

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