Risiken des Reisens

Aus gegebenem Anlass erscheint diese Kolumne in dieser Woche als Urlaubsausgabe. Da passt es sehr gut, dass Chef-Kulturkorrespondent Eckhard Fuhr in der „Welt“ just eine interessante Erklärung dafür liefert, warum Reisende von einheimischen Autofahrern oft voller Ungeduld und mit riskanten Manövern überholt werden. „Als zoologisch versierter Zeitgenosse weiß ich solches Territorialverhalten einzuordnen“, schreibt Fuhr. „Das Überholen von Fremden ist für den Einheimischen wie Beinheben. Er markiert seine älteren Ansprüche und zeigt dem Eindringling, wer der Herr im Revier ist.“ So gesehen muss man als Urlauber froh sein, wenn man nur überholt wird. 

Ausland: Anders

Bekanntlich dienen Reisen nicht nur der Erholung, sondern auch der Erweiterung des Erfahrungshorizonts. Dass Letzteres aber nicht nur angenehme Überraschungen bescheren kann, verdeutlicht der amerikanische Komiker Dave Barry sehr eindrucksvoll mit Blick auf seine Landsleute: „Americans who travel abroad for the first time are often shocked that, despite all the progress that has been made in the last 30 years, many foreign people still speak in foreign languages.”

Handtuch: Hilfreich

Tatsächlich hat die Reisetätigkeit des modernen Menschen sogar zur Herausbildung ganz spezieller Kulturtechniken geführt, die längst auch außerhalb touristischer Zusammenhänge an Bedeutung gewinnen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die Erklärung, die das britische Blatt „Sun“ 2005 dafür lieferte, wie aus Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI. werden konnte: Der deutsche Kardinal sei während des Konklave morgens einfach als Erster aufgestanden und habe sein Handtuch auf den Stuhl Petri gelegt.

Blumen: Bedürftig

Zu den weniger erfreulichen Aspekten des Verreisens gehört häufig der Zustand der heimischen Zimmerpflanzen nach der Rückkehr. Eine Trübung erfährt die Freude über den schönen Urlaub danach nicht nur durch den Anblick der bedürftigen Blümchen selbst, sondern auch durch die strengen Blicke bei Mamas nächstem Besuch. Gegen letzteres kann man immerhin versuchen, sich mit folgender Erklärung aus der Affäre zu ziehen: „Nein, meine Blumen sind nicht tot. Ich lasse sie extra knusprig wachsen.“

Biergarten: Bayerisch

Auch wenn wegen des unsteten Sommerwetter alle Vergnügungen im Freien in diesem Jahr allzu oft ins Wasser fallen, zum Schluss noch ein kleiner Beitrag zur Biergartensaison, vor allem für diejenigen, die sie im Süden der Republik erleben. Gedicht mit KERN. Der Bayer sitzt vor drei Glas Bier und ruft vergnügt: Die KERN all mir!

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