Vermasselter Auftritt

Das 2003 gestartete Webportal buchreligion.de hat zum 1. Juli seinen Betrieb vorläufig eingestellt. „Die Resonanz auf die Plattform hat nicht ausgereicht“, berichtet Konrad Höß, Projektleiter beim Katholischen Medienverband, der das Portal zusammen mit dem Evangelischen Medienverband betrieben hat.

Bereits 2008 stand die Website, der zuletzt 43 Buchhandlungen (von ursprünglich 60) angeschlossen waren, vor dem Aus. Ein Relaunch sollte die Zugriffszahlen und Bestellungen (rund 60 pro Monat) nach oben treiben. Die Umsetzung oblag der Börsenvereins-Wirtschaftstochter MVB, auf deren Verzeichnis lieferbarer Bücher (VlB) das Angebot von rund 50000 Buchtiteln basierte. Das gewünschte Level an Modernisierung habe der Shop aber bis heute nicht erreicht, klagt Höß fehlendes Engagement des Partners ein. Der daraufhin gereifte Entschluss, zum Großhändler KNV und dessen „modernerem und besserem Shopsystem“ zu wechseln, scheiterte am spärlichen Interesse der Buchhandlungen, mit einem höheren Engagement in das bis dahin erfolglose Konzept zu investieren.

Für Höß ist die Entwicklung der einst als „Zukunftsprojekt für die christliche Buch- und Medienbranche“ angekündigten Website mehrfach bedauerlich:

  • Vor allem für kleinere Buchhandlungen sei buchreligion.de eine relativ kostengünstige Möglichkeit gewesen, den Internetauftritt aufzupeppen und mehr Reichweite zu bekommen.
  • Mit redaktionellen Inhalten angereichert, sollte die Website ein vielfältiges religiöses Titelangebot widerspiegeln, das über bloße Bestsellerlisten hinausgeht. Diese Informationsquelle sei jetzt verloren.

Kommentare

1 Kommentar zu "Vermasselter Auftritt"

  1. Andreas Wilke | 14. Juli 2011 um 22:49 | Antworten

    Da macht man mit dem MVB ein solches Projekt und wundert sich, dass man keine moderne Plattform erhält? Keinen kundenorientierten Service? Lange Wartezeiten auf Updates etc.? Ja ist das denn einem nicht von Anfang an klar?

    Und als nächstes würde man gerne auf die neue Lösung von KNV umsteigen? Vom Regen in die Traufe also. Ja ist denn den Entscheidern wirklich nicht klar, worauf sie sich bei solchen Geschäften einlassen und wo da die Grenzen sind? Es liegt doch auf der Hand: Nicht die Technologie an sich ist ein Baustein des Erfolges. Sondern eine Reihe von Anforderungen, die diese Unternehmen beiweiten nicht optimal bedienen können: Wo bleibt da die jahrelange Erfahrung und Kompetenz im Bereich E-Commerce? Wo ist überhaupt die klare Fukossierung auf diesen Bereich? Die Unternehmen verfügen gar nicht über die Strukturen, um in diesem Bereich kundenorientiert zu agieren.

    Das ist auch er Grund, weshalb es auch Agenturen gibt mit klarem Geschäftsfeld und der Fokussierung auf Verlage und Buchhandel.

    Ein Glück kann ich da nur sagen, dass man gar nicht erst dazu kam, es mit der Lösung von KNV zu versuchen. Es wäre wahrscheinlich nur ein Patient auf der Intensivstation daraus geworden. Ein längerer Tod.

    Jetzt baut KNV gerade eine neue Technologie auf. Seit Monaten. Oder sollte ich seit Jahren sagen? Daran sieht man schon, dass dies nicht die Kompetenz des Unternehmens ist. Man braucht doch nur auf buchkatalog.de zu gehen, um zu sehen, dass KNV online riesige Defizite aufweist.

    Und diese Lösung wollte man als nächstes einsetzen?

    Solche Lösungen brauchen nicht nur eine Top-Technologie sondern auch hochkompetente Ansprechpartner und eine Agentur, die innerhalb Tagen und manchmal auch Stunden neue Funktionen einbauen kann und deren Platz am Puls der Entwicklung im E-Commerce ist.

    Der Fall zeigt aber auch, wie sich ambitionierte Unternehmen von dem Namen täuschen lassen und deshalb darauf vertrauen, bei einem guten Anbieter zu sein. Und die Großen möchten überall ein Geschäft machen, ohne die Kunden wirklich zufrieden stellen zu können, geschweige denn mit professionellen Agenturen mithalten zu können.

    Und dann hat ein solches Projekt eben keine Chance.

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