Bleibt Eichborn doch in Frankfurt?

„Erst alarmierte er die gesamte Stadt, jetzt erweist sich der geplante Umzug des Frankfurter Verlags nach Berlin als gescheitert“, berichtet heute die „Frankfurter Rundschau“ über Eichborn. „Wir werden zum 1. Juli nicht nach Berlin umziehen – alles ist wieder offen“, erklärt ein Sprecher der Zeitung. Für einen Umzug gebe es keinerlei Vorbereitungen, auch der Sozialplan sei nie unterzeichnet worden.

Auf Nachfrage von buchreport.de hat Eichborn inzwischen bestätigt, dass der Umzug auf Eis liegt. Zudem werde es am 5. Juli 2011 eine außerordentliche Hauptversammlung geben, die notwendig wurde, weil die Höhe des Verlustes mehr als die Hälfte des Grundkapitals beträgt (gemäß § 92 Abs. 1 des Aktiengesetzes).

Update: Aufbau-Verleger Matthias Koch hält am Sanierungsplan fest. In einer Stellungnahme heißt es:

Schön, dass auch die Frankfurter Rundschau bemerkt hat, dass der Umzug von Eichborn nach Berlin vorerst nicht stattfindet. Ich habe in meiner Presseerklärung vom 21.4. bereits darauf hingewiesen, dass mein Sanierungsplan in Frankfurt abgelehnt wurde. Aus meiner Sicht gibt es zu diesem Plan weiterhin keine Alternative. Will man die Zukunft unabhängiger Häuser und damit eine eigenständige Programmarbeit sichern – denn nur so kann ein Verlag wie Eichborn überleben – sind Synergien notwendig. Ob in Frankfurt mittlerweile ein weiterer Investor gefunden wurde, ist mir nicht bekannt. Warten wir also die Ergebnisse der Gespräche ab. Der Aufbau Verlag ist weiter an einer Kooperation mit unabhängigen Verlagen interessiert.“

Wie berichtet, haben von 35 von 48 Mitarbeitern in Frankfurt  betriebsbedingte Kündigungen erhalten, nur 13 sollen mit nach Berlin an die Seite des Aufbau Verlags ziehen.

Nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ ist Aufbau-Verleger Matthias Koch, der die Mehrheit der Eichborn-Aktien übernommen hat, mittlerweile mit einem neuen Investor verbunden. Den überzeuge der Umzug von Eichborn wirtschaftlich nicht, er verlange eine neue Kalkulation.

Aufbau-Geschäftsführer Tom Erben wird damit zitiert, dass er „keine Vorbereitungen“ für einen Umzug ins neue Zentrum am Moritzplatz in Berlin treffe. Nach seiner Kenntnis werde jetzt versucht, Eichborn in Frankfurt zu sanieren.

Im April hatte Koch zu entsprechenden Spekulationen, dass der Umzug nach Berlin platzt, erklärt, es gebe keine Alternative zur Verlagerung des Frankfurter Verlags nach Berlin.

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