Alle Telkos mischen beim E-Book mit

B2B-E-Book-Händler weiten nicht nur ihren Branchen-, sondern auch den regionalen Radius aus, um internationale Partnerschaften zu schließen. So konnte der Berliner Anbieter von White-Label-E-Book-Shops txtr mit dem Multi-Technologiekonzern 3M einen schwergewichtigen Investor an Bord holen. Im Interview beschreibt Ulrik Deichsel, verantwortlich für die Unternehmensentwicklung beim E-Book-Spezialisten, wo das Geld investiert werden soll und warum die Telekommunikationsdienstleister Vorteile gegenüber Amazon haben.

Wo investieren Sie das 3M-Geld?
Die Finanzierung bedeutet für Txtr, dass wir schneller und effektiver im europäischen Ausland und international expandieren können. Wir haben das Ziel, in jedem größeren europäischen Markt mit einem starken Partner präsent zu sein. Mithilfe des Investments können wir mehrere Kunden und Projekte angehen und haben über mehrere Jahre Planungssicherheit.

Wo sind Ihre Hauptwettbewerber?
In Europa sehen wir derzeit keine Firma, die etwas Vergleichbares tut. Natürlich ist uns bekannt, dass die großen drei Amazon, Google und Apple ebenfalls auf dem Markt sind…

Sie gehen aber davon aus, dass Telko-Dienstleister wie AT&T und Reader-Hersteller den Vorsprung der drei aufholen und bis 2015 zum Hauptanbieter von E-Books aufsteigen werden. Inwiefern ist dies mehr als Wunschdenken?
Es gibt kein Telekommunikationsunternehmen in Europa, für das E-Books kein Thema sind und wo zumindest nicht darüber nachgedacht wurde. Gegenüber dem klassischen Handel haben Telekoms viele Vorteile: Sie verfügen über Rechnungsbeziehungen mit Millionen von Kunden und haben zudem über die Telefonrechnungen die Möglichkeit, Kundengelder einzuziehen, ohne dass der Kunde Kreditkartendaten eingeben muss. Dies verhindert zur Zeit noch einen Großteil der Käufe auf Smartphones und Tablets, weil die Eingabe der Daten hier umständlich ist. Sehr wichtige Partner sind für uns außerdem Hardwarehersteller: Mit unserer Hilfe können diese ihre Geräte bereits mit einer E-Book-Lösung vorinstallieren.

Wo haben diese Anbieter Vorteile besonders gegenüber E-Book-Pionier Amazon?
Amazon verfügt, anders als die Telekommunikationsanbieter, über keine Abonnenten und eine weniger starke Kundenbeziehung. Amazon ist außerdem in Europa nur in sehr wenigen Ländern präsent.

Wo sind die aktuell größten Hürden auf dem E-Book-Markt?
Wir glauben, dass in Deutschland und auch in vielen Ländern Europas der E-Book-Markt erst am Anfang einer großen Erfolgsgeschichte steht. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber wir sind zuversichtlich, dass sich die Probleme lösen werden, sobald die Nachfrage nach E-Books signifikant ansteigt. Daran arbeiten wir. Letztendlich ist auch das Angebot noch nicht vollständig: Benutzer erhalten oft keinen Treffer, wenn Sie nach älteren Titel als E-Book suchen; es wäre schön, wenn die Verlage auch mehr Titel aus der Backlist verfügbar machen würden.

Wo sehen Sie txtr in fünf Jahren?
Unser erklärtes Ziel ist es, eines der weltweit größten Netzwerke für digitale Inhalte aufzubauen. Das erreichen wir, indem wir Gerätehersteller, Telekommunikationsdienstleister, Medienunternehmen, Buchhändler und Verlagen dabei helfen, den Markt für digitale Inhalte zu vergrößern.

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