Die Betreuung ist vorbildlich

Vier Jugendromane der deutschen Autorin Kristina Dunker (Foto) erscheinen in der englischen Übersetzung bei Amazon Crossing, letzte Woche war sie auf Einladung des Online-Händlers bei der BookExpo in New York zu Gast. Im Interview mit buchreport erklärt die gebürtige Dortmunderin, warum sie die Zusammenarbeit mit den Amazon-Lektoren schätzt.

Eine deutsche Autorin, die bei der US-Buchmesse ihre Bücher signiert, ist ein Novum. Wie fühlen Sie sich?

Das ist für mich alles neu und aufregend. Amazon hatte ein umfangreiches Programm für mich vorbereitet, Pressetermine, Signierstunden, eine Diskussionsrunde mit anderen Jugendbuchautoren. Höchst interessant und spannend.

Sie sind durch ihren New Yorker Auftritt in die Rolle einer Vorzeigeautorin für einen neuen Vertriebsweg geschlüpft, der vorzugsweise auf der digitalen Schiene abläuft. Macht Ihnen das etwas aus?

Ich glaube, als Vorzeigeautorin bin ich nicht sehr geeignet, denn ich habe mit E-Books so gar keine Erfahrung. Ich bin mit dem Papierbuch groß geworden und mir würde sicherlich das haptische Erlebnis fehlen. Aber da ich grundsätzlich für alles offen bin, werde ich mich auch mit der digitalen Welt anfreunden. Möglicherweise werde ich irgendwann damit so selbstverständlich umgehen wie mit E-Mails, wer weiß das schon.

Wird Amazon Crossing zum Sprungbrett für deutsche Autoren?

Generell kann ich das nicht beurteilen, für mich persönlich warte ich jetzt erst einmal ab. Obwohl Bücher von mir bereits in mehreren Sprachen übersetzt wurden, ist es  einfach ein schönes Gefühl, in einem großen Markt wie den USA zu erscheinen.

Stört es Sie, dass Ihre Bücher dort nur über einen einzigen Vertriebskanal erhältlich sind und nicht im stationären Buchhandel?

In Gesprächen auf der Buchmesse in New York konnte ich erfahren, dass eine Beschränkung auf einen einzigen Vertriebsweg, wie Sie es in Ihrer Frage unterstellen, nicht existiert. Vielmehr können meine Bücher in den USA auch ganz normal im Buchhandel erworben werden.

Sofern der Buchhandel da mitspielt…

Das muss sich zeigen. Insgesamt muss ich Amazon als Verlag ein Kompliment machen. Die Lektoren suchen regelmäßig den Kontakt, sie haben sogar meine Meinung zum Titelbild eingeholt. Das war vorbildlich. Ich kenne es eigentlich nur, dass irgendwann ein Buch in einer fremden Sprache mit der Post kommt und gelegentlich die Abrechnung dazu.

Sie sind ja schon länger erfolgreich im Geschäft. Wie erfahren Sie als Autorin die Umwälzungen in der Branche?

Ganz ehrlich? Die Veränderungen verfolge ich nur am Rande. Sie sind auch im Gespräch mit Autorenkollegen oder meinen Verlagen so gut wie kein Thema. 
Wenn mich etwas umtreibt, dann sind es meine Leser. Ich bin sehr häufig zu Lesungen, Werkstattgesprächen und Workshops in Schulen und erlebe immer häufiger, dass Schüler zwar gern zuhören, aber selbst kaum buchstabieren können.

Die Fragen stellte Anja Sieg

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