All Age ist für uns ohne Bedeutung

Egmont startet im Herbst „Ink“, ein neues Label, das weibliche Teenager zwischen 12 und 16 Jahren ansprechen soll. Im Interview mit buchreport erklärt Verlagsleiter Volker Busch (Foto) die Imprint-Strategie, Aktivitäten im Bereich Social Media und die digitale Vertriebsschiene.  

Sie führen bereits fünf Label im Wappen, jetzt kommt mit „Ink“ das sechste hinzu. Haben Sie keine Angst, bei solcher Vielfalt im Handel unterzugehen?

Nein, wir haben mit inhaltlich und vertrieblich deutlich differenzierten Programmen sehr gute Erfahrungen gesammelt. Dafür steht auch die Erfolgsgeschichte von Lyx. Viel schwieriger wäre es für uns, mit unserer Marke Schneiderbuch auch Jugendbücher zu machen. Ein Versuch vor zwei Jahren ist gescheitert. Daher ist „Ink“ für uns mit der Ausrichtung auf Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren das ideale Glied zwischen unseren Labels Schneiderbuch und Lyx.

Sortimenter sind wegen der angespannten Branchenkonjunktur aktuell nicht heiß auf Experimente.

Darüber haben wir bei unserer Vertretertagung vor einigen Wochen auch gesprochen. Wir haben ein schwieriges Weihnachtsgeschäft hinter uns, die Buchhändler haben früh remittiert. Aber wir sind sicher, dass wir mit der Autorin Elizabeth George im ersten Ink-Programm eine ideale Türöffnerin im Sortiment haben.

„All-Age“ gilt im Kinder- und Jugendbuch immer noch als Zauberformel. Ist „Ink“ mit den altersgruppenspezifisch zugeschnittenen Themen eine Gegenbewegung?

Wir arbeiten bewusst nicht mit diesem Begriff. „All Age“ ist als Markenzeichen für uns ohne Bedeutung, nicht zuletzt, weil es in den vergangenen Jahren inflationär verwendet wurde. Wir richten uns an eine klar definierte Zielgruppe, gehen aber davon aus, dass wir etwa mit Elizabeth George auch für ältere Leser attraktiv sein werden.

Welche Rolle spielen Facebook, Twitter oder YouTube in der Programmstrategie?

Für uns sind die Social Media Marketinginstrumente, die wir zum Austausch mit unseren Lesern nutzen. Bei Lyx haben wir auf diesem Weg eine große Nähe zur Zielgruppe erreicht. Mit einem Augmented Reality Game bringen wir Elizabeth George zu den jungen Lesern, kooperieren mit Communitys. Im Gegenzug treten klassische Werbetools zurück.

Romance-Verlage aus den USA sind stark auf digitale Geschäfte gepolt. Sie auch?

Die Digitalisierung treibt uns erheblich um, besonders bei Lyx. Wir arbeiten daran, alle Titel in elektronischer Form auf den Markt zu bringen; aktuell liegen rund 50% digital vor. Seit einigen Wochen sind unsere die E-Book-Umsätze im Steigflug und wirklich nennenswert. Bei „Ink“ planen wir von Anfang an ergänzende elektronische Buchausgaben.

Die Fragen stellte Daniel Lenz

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