Peter Stanberg: Traut euch mal was!

Peter Stanberg: Traut euch mal was!

Das Team von Jokers lässt den Kunden entscheiden, welchen Preis er zahlen möchte. Die Idee begeistert mich. Weil sie zeigt, dass man als Buchhändler eine Truhe voller Möglichkeit hat, um auf sich aufmerksam zu machen.

Bemerkenswert an der Jokers-Aktion (zu den Hintergründen) ist nicht etwa, dass die Idee in der Branche etwas gänzlich Neues ist. Auch nicht das ökonomische Kalkül. Jokers zeigt, wie man als Buchhändler aus der Menge herausragen kann. Eine faszinierende Aktion, die gleichzeitig die Kundenbindung stärkt. Marketingtechnisch brillant. In einem Shop, in dem ich sogar die Preisgestaltung mitbestimmen darf, kaufe ich wahrscheinlich auch gerne ein. Sicherlich sind die Kunden von Jokers, Rhenania Buchversand oder Mail:Order:Kaiser zum guten Teil ausgemachte Schnäppchenjäger. Aber ebenso sind sie Gewohnheitsmenschen wie alle Anderen. Und kaufen überwiegend dort, wo sie ein Konto angelegt, bereits guten Service erhalten und über Jahre Vertrauen zum Anbieter entwickelt haben.

Außer sie werden auf eine neue Plattform auf eine Weise aufmerksam, die einzigartig genug ist, um mal hineinzuschauen. Auszuprobieren. Mitzumachen. Und vielleicht auch dauerhaft zu bleiben. Denn neben Gutscheinen senkt das Mitmachen die Wechselbarriere am deutlichsten (aus Sicht des Werbenden betrachtet). Und nachhaltiger als dies ein Gutschein, ein kurzfristiger Anreiz, tut.

Voraussetzung dafür ist aber eine einfache übersichtliche Navigation und ein positives Einkaufserlebnis. Und auch hier hat Jokers deutlich nachgebessert. Die oben beschrieben Aktion wurde schließlich anlässlich des Relaunches der Website gestartet. Und die Designer zeigten beim Relaunch  ein glücklicheres Händchen als noch vor wenigen Jahren, als die Navigation aus einem bunten unübersichtlichen Bücherstapel bestand und die Symbolik mehr an Walt Disney erinnerte, als an einen seriösen Buchshop. Das gut wahrnehmbare Menü, die verkaufsfördernden Warenkorbbuttons, der großflächig anklickbare Miniwarenkorb und die übersichtliche Bestellfortschrittsleiste zeigen, dass das Team um Herrn Wolf Nikrandt die Bedürfnisse seiner Kunden nun besser versteht.

Ich sehe im Shop noch weitere Optimierungsmöglichkeiten. Doch anstatt das Haar in der Suppe aufzuzeigen möchte ich lieber alle Buchhändler ermutigen und auffordern: Seien Sie kreativ und trauen Sie sich etwas. Probieren Sie etwas Neues. Und sorgen Sie damit für Aufsehen! Es ist Ihre große Chance in einem verteilten, umkämpften Markt mit relativ geringem Aufwand ordentlich für Bewegung zu sorgen. In Richtung Ihres Online-Shops. Denn die Richtung geben Sie vor.

Peter Stanberg, Geschäftsführer eCCOMES GmbH, entwickelt individuelle Onlineverkaufslösungen für Buchhändler und Verlage.

Kommentare

3 Kommentare zu "Peter Stanberg: Traut euch mal was!"

  1. @ Herrn Holste:

    Es muss nicht am Beispiel Jokers erfolgen, Herr Holste. Aber es kann. Der Inhalt der Aktion von Jokers spielt keine Rolle. Es ging mir nicht darum, aufzufordern, die Idee zu kopieren, sondern darum, kreativ zu sein und eigene Ideen zu entwickeln. An einem Beispiel, über das man gerne berichtete. Der Effekt ist ausschlaggebend, nicht der Inhalt.

    Somit greift Ihr Beispiel mit der Verhandelbarkeit von Preisen vor dem Laden eher Jokers Idee und nicht meine Anregung auf.

    Ich bin mir sicher, dass auch speziell für Ihre Buchhandlung / Ihren Online-Shop Ideen kreiert werden können, über die Ihre lokale Presse / das Internet schreiben würde.

  2. Thomas Holste | 13. Mai 2011 um 8:25 | Antworten

    Immer wieder wird uns alter Wein in neuen Schläuchen serviert. Auf die Kunden zugehen, in an uns binden und kreativ aus dem Mittelmaß herausragen, alles schön, gut und richtig. Aber muss dies unbedingt am Beispiel von Jokers erfolgen. Ist es letztendlich nicht völlig daneben, angesichts der Preisbindung, diese Aktion als Beispiel zu nehmen. Oder sollen jetzt alle Buchhandlungen Tapeziertische vor den Laden stellen, um darauf aus der Preisbindung genommene Ware (Ich weiss nicht, ob ich da immer von Büchern reden will) zur Verhandelbarkeit auszustellen.

  3. Faszinierend was sich die Bischöfe, beziehungsweise deren Angestellten alles einfallen lassen !

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