Export und E-Books glänzen

Es dauert immer ein bisschen, bis die britische Publishers Association (PA) das vergangene Jahr abgerechnet hat, aber jetzt hat der neue CEO Richard Mollet die Daten für 2010 endlich vorgelegt: Mit 3,1 Mrd Pfund (ca. 3,9 Mrd Euro) haben die britischen Verlage 2% mehr umgesetzt als 2009.

Große Euphorie hat das Wachstum jedoch nicht ausgelöst, da es in erster Linie auf das Konto höherer Preise geht; die Zahl der verkauften Bücher war um 3% auf 739 Mio Exemplare rückläufig.

Ein weiterer Indikator, dass sich der heimische Markt nicht in Bestform befindet, ist der starke Export. 2010 wurden Bücher im Wert von 1,25 Mrd Pfund (1,56 Mrd Euro) ins Ausland verschifft, eine Steigerung von immerhin 4%. Am Verlagsumsatz insgesamt ist das internationale Geschäft mittlerweile mit 40% beteiligt, Tendenz steigend. Nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlen veröffentlicht der Verlegerverband nicht, aber vor allem für die britischen Publikumsverlage hat sich Deutschland in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Abnehmer entwickelt.

Erstmals hat der Verlegerverband das digitale Geschäft intensiver unter die Lupe genommen und für seine Mitglieder einen Umsatz von 120 Mio Pfund ausgerechnet. Das sind zwar 38% mehr als im Vorjahr, doch in der Gesamtschau reichte es für E-Content nur zu einem Marktanteil von 3,8%. Weitere digitale Daten aus dem PA-Jahrbuch:

  • Stärkster elektronischer Umsatzträger war mit 84 Mio Pfund (plus 29%) das Fachbuch.
  • Die Publikumsverlage hatten einen auf 16 Mio Pfund mehr als verdreifachten Umsatz (plus 318%) mit E-Books und Downloads in der Kasse.

Nicht nur Richard Mollet, seit Oktober 2010 Nachfolger von Simon Juden als CEO der britischen Publishers Association, geht davon aus, dass E-Content im britischen Buchmarkt dauerhaft Fuß gefasst hat und vor explosionsartigem Wachstum steht. Nach einer soeben vom Branchendienstleister BML vorgelegten Umfrage rechnet ein Drittel aller britischen Publikumsverlage damit, dass E-Books spätestens 2012 mindestens 10% zum Umsatz beisteuern werden. Ian Hudson, stellvertretender Chairman der britischen Random House-Verlage, hält für das kommende Jahr sogar 15% für realistisch.

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