Brücke zwischen Literatur und Film

An stark frequentierten Standorten regen DVDs zu Impulskäufen an. Wie Buchhändler ihr Filmsortiment richtig inszenieren können, erläutert Buchhändlerin Kirsten Dehler von der Lehrbuchhandlung am Mediacampus Frankfurt im Interview mit buchreport

Wie hängen der Umfang eines DVD-Sortiments und die Art und Weise der Präsentation zusammen?

Wichtig ist, dass sich die Warengruppe stimmig ins Gesamtkonzept der Buchhandlung einfügt. Der Umfang des DVD-Angebots ist deswegen entscheidend für die Form der Präsentation. Eine separate Präsentation ergibt erst dann wirklich Sinn, wenn die Auswahl einen gewissen Umfang erreicht und somit als eigenständige Produktart für den Kunden erkennbar ist. Ein halb gefüllter Regalmeter mit DVDs Rücken an Rücken irgendwo in der Buchhandlung fällt weder auf noch vermittelt er den Eindruck von Kompetenz in diesem Bereich – er sagt vielmehr: „Wir wollen DVDs anbieten, trauen uns aber nicht so recht.“ In diesem Fall empfiehlt es sich eher, die DVDs mit den Büchern zusammen bei der jeweiligen Buchwarengruppe zu präsentieren: Im Regal, hier auch gern frontal, auf der Rampe oder auf dem Tisch, je nach Warengruppe, Thema und Verkaufstrend. Möchte man aber aktiver in den DVD-Verkauf einsteigen, sollte man dem Medium den Platz in der Buchhandlung einräumen, den es verdient.

Wie kann dies gelingen?

Die Warengruppe soll dem Kunden vor allen Dingen ins Auge fallen. Das Segment sollte also nicht in der hintersten Ladenecke präsentiert werden. Viel Frontalpräsentation ist besonders geeignet, um auf das Sortiment aufmerksam zu machen, denn DVDs regen zu Impulskäufen an und sind beliebte Geschenkartikel, die sich auch für Zusatzverkäufe gut eignen. Die Warengruppe fügt sich beispielsweise stimmig in der Nähe der Belletristik- oder Geschenkbuchabteilung ein oder auch zwischen Belletristik und der Kinder- und Jugendliteratur, je nach Größe und Aufbau der Buchhandlung. Präsentationen nahe der Kasse oder auch in unmittelbarer Umgebung der Bestsellerwand, bestenfalls auch mit Aushang der DVD-Bestsellerliste, sind ebenfalls sehr geeignet. Aktionstische können zentral im Laden, im Eingangsbereich oder vor dem DVD-Regal in Szene gesetzt werden.

Gibt es denn auch Möglichkeiten, über das Ambiente in der Buchhandlung Kunden neugierig zu machen?

Natürlich. Gerade durch die Einbindung in das Buchangebot bieten sich viele kreative Möglichkeiten der Präsentation, um so die Brücke zwischen Literatur und Film zu schlagen. Die Spielarten sind vielfältig und müssen nicht teuer sein. Denkbar ist zum Beispiel eine kleine Fernsehecke oder ein Thementisch, auf dem DVDs wirkungsvoll um einen Fernseher herum drapiert sind. Dazu ein Sessel mit einem aufgeschlagenen Buch auf der Lehne, ein kleiner Beistelltisch mit einer Fernbedienung und einer Schüssel Salzbrezeln. Dies erweckt Sehnsüchte nach einem gemütlichen DVD-Abend, rückt das Sortiment spielerisch in den Fokus und stellt einen harmonischen Zusammenhang zwischen den Genussmedien Film und Literatur her. Natürlich gibt es auch sonst eine Vielzahl an Dekorationselementen, mit denen man Akzente setzen kann: Viele DVD-Anbieter stellen Dekorations- und Werbemittel wie Plakate und Flyer zur Verfügung oder man lässt der Fantasie und dem Sammlertrieb mit Filmrollen, alten Pappaufstellern von Filmklassikern aus der nächsten Videothek oder gar ausgedienten Rohlingen freien Lauf.

Inwieweit macht es Sinn, DVDs auch online anzubieten?

Auch wenn über die Internetseite keine hohen Umsätze generiert werden sollten: Ein aktuelles DVD-Sortiment online sorgt für ein modernes Image und zeugt von Professionalität. Die Rubrik sollte bereits auf der Startseite gezielt hervorgehoben werden, gegebenenfalls auch im Rahmen besonderer Aktionen. Diverse Partnermodelle der Barsortimente erlauben z.B. das Stöbern in deren Katalogen unter Firmierung der eigenen Buchhandlung ohne viel Aufwand. Da DVDs nicht preisgebunden sind, bieten sich hier viele zusätzliche Möglichkeiten für Aktionen und Sonderangebote als Kundenbindungsinstrumente. Etwa durch Rabattgutscheine und Verlosungen, zum Teil mit Unterstützung der Filmanbieter.

Mehr zum Thema DVDs im Buchhandel lesen Sie im aktuellen buchreport.spezial DVD, das Sie hier bestellen können.

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