Veto eingereicht

Erst am Mittwoch hat der Münchener Hanser Verlag gegen das jüngste Übersetzerurteil eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, nun äußert sich auch der Verband der Literaturübersetzer (VdÜ) erneut zur Vergütung. 

Rückblick: Im Januar 2011 hatte sich der Bundesgerichtshofs (BGH) gegenüber einem früheren Urteil bei der Bewertung der Nebenrechte wie zum Beispiel Taschenbuch- und Hörbuch-Lizenzen korrigiert. Festgelegt wurde, dass dem Übersetzer an diesen Erlösen grundsätzlich eine Beteiligung in Höhe von einem Fünftel dessen zusteht, was der Autor des fremdsprachigen Originals erhält (hier mehr).

Am Mittwoch (16.3.2011) hat der Hanser Verlag, wie geplant, gegen das Urteil eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil er horrende finanzielle Nachforderungen fürchtet, die die Übersetzer rückwirkend geltend machen könnten. Allein Hanser geht von möglichen Nachforderungen im siebenstelligen Bereich aus. Der Börsenverein unterstützt das Veto des Verlags. Laut Auskunft des Börsenvereins-Justiziars Christian Sprang kann sich das Verfahren bis zu einer Entscheidung aber einige Monate oder Jahre hinziehen.

Anlässlich der Leipziger Buchmesse äußert sich nun auch der Übersetzerverband erneut zur Vergütung. Der VdÜ fordert in der Stellungnahme, dass Verlage die Urteile des BGH nun zügig umsetzen. „Als Verband ist unser vorrangiges Ziel eine Vergütungsregel”, heißt es dazu von Hinrich Schmidt-Henkel, dem Vorsitzenden des Übersetzerverbandes. Gebe es keine gütliche Einigung und ignorierten so viele Verlage weiterhin die Rechtsprechung des BGH, „bleibt den Mitgliedern nichts anderes übrig, als durch Vertragsanpassungsaufforderungen und gegebenenfalls auch -klagen sämtliche Ansprüche geltend zu machen und die Verlage so zur Umsetzung der BGH-Sprüche zu bewegen. Wir ziehen den Weg der Verständigung bei weitem vor“.

Auch Dirk Stempel, Leiter für Rechte und Lizenzen bei Hanser, war direkt nach dem Urteil davon ausgegangen, dass die Branche um gemeinsame Vergütungsregeln nicht herumkommt. Bisher waren diese laut Stempel aber an unrealistischen Forderungen der Übersetzer gescheitert.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Veto eingereicht"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Webinar-Mediathek

Webinar verpasst?

Falls Sie ein Webinar verpasst haben, können Sie nachträglich das Video zum Webinar bestellen und sich die Inhalte bequem am Computer anschauen. In unserer Mediathek finden Sie alle verfügbaren Webinar-Videos.

Themen-Kanäle

SPIEGEL-Bestseller

Hardcover Belletristik
1
Zeh, Juli
Luchterhand
3
Seethaler, Robert
Hanser, Berlin
4
Leo, Maxim; Gutsch, Jochen
Ullstein
5
Vermes, Timur
Eichborn
17.09.2018
Komplette Bestsellerliste Weitere Bestsellerlisten

Veranstaltungen

  1. 12. September - 15. Oktober

    Harbour Front Literaturfestival 2018

  2. 20. September

    lebenswert 2*2018

  3. 20. September - 21. September

    Next 2018

  4. 21. September - 23. September

    17. Lektorentage in Nürnberg

  5. 25. September - 26. September

    EHI Marketing Forum 2018