Grünes Licht für fixe Preise

Sieg für den Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband SBVV: Wie erhofft, haben beide Räte im Parlament für die fixen Preise von Büchern gestimmt. Am Vormittag haben sich damit sowohl die kleine Kammer des Parlaments, der Ständerat, als auch die große Kammer, der Nationalrat, auf die Seite des Verbandes gestellt. 

Rückblick: Ein langer Weg bis zur Preisbindung

„Hinter und liegt ein langer, nervenaufreibender Weg. Doch wir haben durchgehalten und es schließlich geschafft. Jetzt haben wir endlich ein Preisbindungsgesetz vorliegen, das für alle Kanäle gilt“, freut sich SBVV-Chef Dani Landolf (Foto) im Gespräch mit buchreport. Nach der letzten Abstimmung im Ständerat hatte er bereits erwartet, dass die finale Abstimmung in beiden Räten durchgeht.

Ursprünglich hatte der Ständerat vorgeschlagen, den Internet- und Versandhandel von der Preisbindung zu befreien, zur Empörung des Verbands, der unter diesen Bedingungen versucht hätte, das eigentlich von ihm begrüßte Preisbindungsgesetz zu Fall zu bringen. Schließlich hätte eine Ausnahme der Preisbindung für den Online-Handel den stationären Buchhandel zum „Showroom“ gemacht, in dem Kunden aussuchen, was sie billiger im Internet kaufen, erklärt Landolf. 

Der Schweizer Nationalrat, die große Kammer des Schweizer Parlaments, hatte schließlich Anfang Dezember letzten Jahres entschieden, dass das vorbereitete Preisbindungsgesetz auch für den Online-Handel gelten solle. Demgegenüber hatte der Ständerat  vorgeschlagen, den Internet- und Versandhandel von der Preisbindung zu befreien. Um diese Differenzen auszuräumen, stimmte der Ständerat am 2. März 2011 erneut ab. Ergebnis: Nach einer langen Debatte mit kontroversen Stimmen gab es am Ende ein Stimmen-Patt im Ständerat, das vom Vorsitzenden zu Gunsten der Minderheiten-Fraktion (Onlinehandel inklusive) entschieden wurde.  Am 18. März 2011 wurde das Preisbindungsgesetz dann in der finalen Abstimmung von beiden Räten durchgewunken.

Das Preisbindungsgesetz tritt zum 1. Januar 2012 in Kraft.

Kehren die abgewanderten Konsumenten in die Läden zurück?

Es wird Zeit und eine branchenübergreifende Publikums-Kampagne benötigen, um den Menschen klar zu machen, dass es preislich keinen Unterscheid macht, im stationären Laden mit der professionellen Bedienung einzukaufen oder bei Ex Libris“, kommentiert Carlo Bernasconi, Chefredakteur der Verbandszeitschrift „Schweizer Buchhandel die Entwicklungen. Zumindest sei nun die Zeit der „aggressiven gelben Rabattschilder“ vorbei. Ob die angesichts von bewusst und unbewusst inszenierten Preisverwirrspielen ins Internet ausgewanderten Konsumenten wieder in die Läden zurückkehrten, müsse noch bewiesen werden.

Laut Börsenverein ein Erfolg für die gesamte Branche

„Die Schweizer Kollegen haben einen großen Erfolg für das Buch in der Schweiz erreicht, aber auch für die gesamte Buchbranche“, kommentiert Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, die Verabschiedung des Gesetzentwurfs im Schweizer Parlament. „Diese Entscheidung wird dem unabhängigen Schweizer Buchhandel zu Gute kommen. Die Preisbindung ist das notwendige Kernstück eines von Qualität und Vielfalt geprägten Buchmarktes.“

Der Schweizer Entscheid sollte ein klares Signal an die Europäische Union sein, „dem Kulturgut Buch den notwendigen Respekt entgegenzubringen“, heißt es in der Stellungnahme des Börsenvereins weiter. „Das Buch ist ein sensibles Wirtschafts- und Kulturgut, das einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft leistet, aber dafür auch besondere Rahmenbedingungen braucht.“

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