Impulse aus dem Osten

Zuwachs bei den Ausstellern und Fläche und neue Themenfelder im Visier: Die Leipziger Buchmesse (17.–20. März), kleine Schwester der weltgrößten Branchen-Leistungsschau in Frankfurt, feilt weiter an ihrem Profil als unverzichtbarer Branchentreff im Osten. Insgesamt 2150 Firmen (2010: 2.071) aus 35 Ländern haben sich laut Buchmesse-Direktor Oliver Zille angemeldet. „Die Buchbranche hat die Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen zwei Jahre gut bewältigt. Dies spiegelt sich in den deutlich gestiegenen  Ausstellerzahlen auf der Messe wider“, freut sich der Wirtschaftswissenschaftler, der die Buchmesse seit 18 Jahren dirigiert.

Besonders bei den jungen unabhängigen Verlagen sei erneut eine starke Beteiligung auf der Leipziger Buchmesse zu verzeichnen. Die Ratgeber- und Zeitschriftenverlage, die in den Jahren 2009 und 2010 aufgrund der angespannten Marktsituation pausiert hatten, werden in diesem Jahr zurückkehren.

Branchentreff mit hoher Strahlkraft

Zille verweist stolz auf weitere Zahlen und eine Reihe von Neuerungen, mit denen Leipzig in diesem Jahr Akzente setzen will.

  • Publikums- und Autorenmesse: Beim Lesefestival „Leipzig liest“, das in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindet, haben Literaturbegeisterte die Qual der Wahl: „Europas größtes Lesefest“ geht mit über 2000 Veranstaltungen und 1500 Autoren an 300 Leseorten an den Start. Leipzig fungiert auch als Brücke zu neuen Märkten: Gastland der Buchmesse ist in diesem Jahr Serbien. Mehr als 40 Autorinnen und Autoren stellen sich mit ihren Verlagen in den Messehallen vor.
  • Rückkehr der Ratgeber: Nachdem Aussteller aus dem Ratgebersegment Leipzig in den vergangenen Jahren im Regen stehen ließen, zeichnet sich ein Wetterwechsel ab. Die Verlagsgruppe Random House, Dr. Oetker und BLV präsentieren ihr Portfolio an einem Gemeinschaftsstand (Halle 3, E300/E3021). Angemeldet haben sich überdies u.a. Gräfe und Unzer und Zabert Sandmann.
  • Hörspiel Arena: Das Literaturmedium Hörspiel bekommt einen eigenen Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich in Halle 3. Angekündigt ist ein Programm mit zahlreichen Live-Hörspielen, Talkrunden, Gewinnspielen und Autogrammstunden.  
  • Bildungskongress: Erstmals wird in diesem Jahr ein Bildungskongress unter der Beteiligung aller fünf östlichen Bundesländer stattfinden. 
  • Großes Balkanprogramm: Außerdem präsentiert die Leipziger Buchmesse nach eigenen Angaben das größte Literaturprogramm der südosteuropäischen Länder seit dem Zerfall Jugoslawiens. Schwerpunktland ist Serbien mit über 30 Titeln in neuer Übersetzung. Rund 110 Mitwirkende aus Südosteuropa kommen nach Leipzig, um ihre aktuellen Werke vorzustellen.
  • Literatur aus Europas hohem Norden: Auch isländische Literatur in all ihren Facetten wird auf der Leipziger Buchmesse zu erleben sein. Halldór Guðmundsson, Direktor von „Sagenhaftes Island“, stellt im Rahmen des von den Botschaften und Kulturinstituten der Länder Island, Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland organisierten „Nordischen Forums“ isländische Starautoren vor.
  • Neulinge im Verlagsbereich: Auf der „Leseinsel der Jungen Verlage in Halle 5 organisieren 27 Verlage 49 Veranstaltungen (2010: 43 Veranstaltungen) und nutzen so die Leipziger Buchmesse als Plattform, um ihre Autoren und Literaturen einem interessierten Lesepublikum bekannt zu machen. Zu den Neuausstellern gehören unter anderem die edition korrespondenzen, der Elfenbein Verlag, die Frankfurter Verlagsanstalt, Hablizel, der kunstanstifter Verlag, Orange Press, P. Kirchheim, Secession – Verlag für Literatur sowie weissbooks
  • Elektronische Medien: Mit dem „Digitalen Wohnzimmer“ bietet die Buchmesse Online-Literaturportalen, Bloggern und Internet-Radios eine Plattform. Die Besucher können Redakteuren bei der Arbeit über die Schulter schauen, von dort geht auch das offizielle Messeradio auf Sendung. 

Eine Bühne für die Großen und die Kleinen

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr stockt die Leipziger Buchmesse auch den Ausstellungsbereich für die Musikverlage auf. Mit dem Umzug von Halle 5 in Halle 4 rücken die Anbieter aus diesem Segment näher an die Belletristik heran. Zille: „Die Zahl der Aussteller hat sich in diesem Bereich nahezu verdoppelt.“ Ins Messekonzert stimmen Verlage wie Breitkopf & Härtel, Edition Peters und Schott Music ein. Erstmals dabei sind u.a. die Internationalen Musikverlage Hans Sikorski und die PPV Medien GmbH.

In einer weitgehend von Publikumsverlagen mit Konzernstrukturen dominierten Branchenlandschaft, die auf der Handelsseite von Großformen dominiert wird, hält die Buchmesse die Flagge der Kleinen hoch: Dafür steht auch die Vereinigung Swiss Independent Publishers (SWIPS), die erstmals in Sachsen einen Gemeinschaftsstand aufschlagen wird. Auf einem 50 Quadratmeter großen Stand präsentieren sich 20 SWIPS – darunter Limmat, Dörlemann oder Bilger bis zu Pudelundpinscher oder Der gesunde Menschenversand.

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