Schwer vermittelbar

Das Glück der Buchbranche mit eigens auf Bücher fokussierten Sendungen im Fernsehen ist ein vergangenes. Und vermutlich ein zufälliges. Man wird so noch über Jahre den Aperçus und der Gruppendynamik des Literarischen Quartetts nachweinen und vielleicht auch dem Wohlfühl-Büchertisch einer
Elke Heidenreich. Es nützt nichts: Fortsetzung nicht in Sicht.

Oder sollte ausgerechnet der bärbeißige Wolfgang Herles, der mit seiner geplanten Büchersendung zu später Stunde „anstrengende Unterhaltung“ verspricht (hier mehr), den Nerv eines nicht zu speziellen Publikums treffen? Trotz der erwähnten glücklicheren Beispiele muss man ehrlicherweise sagen: Die Chance, mit der Vermittlung von Leseerlebnissen im Fernsehen zu scheitern und per Studiorezension Zuschauer zu ermüden, statt aufzuladen, bleibt weiterhin sehr groß. Selbst bei direkter Lesung, als Erlebnis vor Ort tausendfach bewährt, springt der Funke via Fernsehen nicht über. Es ist dafür das falsche Medium.

So schön es also wäre, wenn Bücherfernsehen öfter funktionieren würde: Hadern mit den häufiger unbefriedigenden Versuchen reiner Büchersendungen muss man nicht, weil die anderen Wege, das Unmittelbare funktioniert. Die tatsächlich anregendste Wirkung, sich mit Büchern aller Art zu beschäftigen, erfahren die Menschen vorm Fernsehen auf Wegen, die in keiner Kultursendungsstatistik auftauchen. Jeder Autor, Verleger, Buchmensch in einer Talkshow, vor allem jede „Verfilmung“ eines Stoffes, jeder mittelbar inhalt-
liche Reflex macht neugieriger und enthält intensivere Impulse, ein Buch zu kaufen und zu lesen, als das abgefilmte „Besprechen“. Dieses Potenzial ist nicht nur größer, sondern noch längst nicht ausgeschöpft.

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