Kostenloser Zugang zu Texten schließt nicht aus, dass sich mit diesen Geld verdienen lässt

Fachbücher kostenlos anbieten, um damit Geld zu verdienen –  so das Konzept des PaperC-Gründers Martin Fröhlich. Dass darin kein Widerspruch liegt, hat er kürzlich bewiesen: Der monatliche Umsatz seiner Plattform stieg innerhalb eines Jahres von einem dreistelligen auf einen fünfstelligen Monatsumsatz. Warum dies nicht zu erwarten war und wie sich PaperC zukünftig aufstellen will, erläutert Fröhlich im Interview mit buchreport.de.

Trotz der eingeführten Lesezeitbeschränkung konnten Sie den Umsatz steigern. Hatten Sie nicht einen Rückgang erwartet?

Unser Angebot, 10000 Fachbücher kostenlos lesen zu können, ist für die Nutzer so attraktiv, dass auch das Lesezeit-Limit keine grundsätzliche Beeinschränkung darstellt. Ein Alleinstellungsmerkmal von PaperC ist ja, dass man bei uns in die Bücher an jeder beliebigen Stelle kostenlos hineinlesen kann und dadurch schnell die gewünschten Informationen findet. Das geht auch innerhalb des Lesezeit-Limits, welches aktuell ca. 45 Minuten beträgt. Erwartet hatten wir keinen Umsatzrückgang, sondern gegebenenfalls einen Rückgang der Neuanmeldungen. Ein solcher ist aus den genannten Gründen aber nicht eingetreten.

Schließt eine kostenlose Lektüre nicht aus, dass sich mit den Texten Geld verdienen lässt?

Eben diese vielgenannte Behauptung widerlegt PaperC. Ich wüsste nicht, dass die Skeptiker solch handfeste Argumente vorgebracht hätten, wie wir sie mit PaperC jeden Tag auf’s Neue liefern.

Wenn Sie immer weitere Features kostenlos anbieten (zuletzt das Anlegen der Notizen) sinkt dann nicht die Motivation, die E-Books zu kaufen?

Letztlich zahlen die Nutzer primär für den Zugang zu den Texten und der wird umso wertvoller, je mehr Bücher wir verfügbar haben und je mehr Funktionen und soziale Interaktionen die Inhalte zusätzlich aufwerten. Damit setzen wir konsequent auf das Freemium-Modell, was in der Form keine andere Fachbuchplattform – mit wirtschaftlichem Erfolg – tut.

Wie wollen Sie den Verkauf der E-Books stärken? 

Das Wichtigste ist, dass wir möglichst viele Fachbücher auf unserer Plattform anbieten. Je umfangreicher und attraktiver unser Content-Pool ist, desto mehr Nutzer werden wir auch bekommen – Aktuell sind es 75.000. Wenn wir die Leser erstmal auf der Plattform haben, steigt auch die Zahl der zahlenden Nutzer. Daher liegt unser Fokus für 2011 auch auf der Gewinnung weiterer internationaler Verlagspartner neben beispielsweise O’Reilly oder MIT Press, mit denen wir schon kooperieren.

Und das soll ohne Vertriebspartner möglich sein? 

Lassen Sie sich überraschen, wie wir es angehen werden.

Wie groß ist bisher die Nachfrage Ihres Print-on-Demand-Angebots?

Wir sind gerade dabei unser Konzept des Print-on-Demand Angebotes weiter auszubauen. Noch ist es zu früh, um erste Ergebnisse auszuwerten.

Im März letzten Jahres verkündeten Sie, nach einem Testlauf mit de-Gruyter vermehrt gedruckte Codes anbieten zu wollen. Wie viele Bücher haben Sie inzwischen digital und gedruckt verknüpft?

Dies war nur ein Experiment, das wir nicht weiter fokussieren.

Die Fragen stellte Lucy Kivelip.

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