Die Flächenproduktivität stimmt nicht mehr

Seit mehreren Quartalen wächst der stationäre Thalia-Umsatz flächenbereinigt kaum noch, besonders das Geschäft in Deutschland lahmt. Wie steuern Sie gegen diesen Trend?
In diesem Bereich gibt es eine Verschiebung der Vertriebskanäle. Im stationären Geschäft verlieren wir – immerhin weniger als die gesamte Branche. Doch wir können dies teilweise durch unsere buch.de-Aktivitäten auffangen. Trotzdem wäre es mir natürlich lieber, wenn wir die Zahlen aus dem Vorjahr übertreffen würden.

Werden Sie jemals an die Boomjahre 2006 und 2007 anknüpfen können?
Warum nicht, aber der Buchhandel muss sich dafür anders aufstellen. Dabei geht es besonders um Zusatzsortimente, die richtig ausgewählt und platziert werden müssen. Also glaube ich nicht, dass dies die besten Jahre bleiben werden, die die Branche je erlebt hat.

Sie haben kürzlich gesagt, dass die Zeit der Buch-Läden mit weit mehr als 1000 qm vorbei sei. Sind die Sortimente nicht attraktiv genug oder die Mieten zu hoch?
Die Sortimente sind durchaus attraktiv – da könnte man noch viel größere Flächen mit füllen. Was aber nicht mehr stimmt, ist die Flächenproduktivität. Wir haben den Anspruch, mehr Service als andere zu bieten. Und um dies gewährleisten zu können, muss die Flächenproduktivität stimmen – auch um die Miete zu erwirtschaften. Das lässt sich auf überdimensionierten Flächen aber nicht mehr so leicht gewährleisten.

Thalia hat rund 80 Filialen jenseits der 1000 qm. Folgt jetzt eine große Schlankheitskur?
Nein, auf den bestehenden Großflächen müssen wir jetzt die passenden Zusatzsortimente finden, um die Flächenproduktivität zu verbessern – dazu müssen wir experimentieren, um genau zu erkennen, was der Kunde möchte. Bei der Neuanmietung legen wir den Fokus auf Flächen zwischen 700 und 900qm. Das heißt jedoch nicht, dass wir nicht auch künftig größere Häuser aufmachen werden. Das sind dann aber Sonderfälle.

Weltbild-Chef Carel Halff hat prognostiziert, dass in den kommenden fünf Jahren bis zu 40% der Buchflächen im stationären Handel aufgegeben werden. Wie schätzen Sie die Lage ein?
Wir werden jedenfalls keine 40% der Flächen aufgeben, sondern wollen ganz klar wachsen und Marktanteile hinzugewinnen. Mit unserem Filialnetz sind wir insgesamt zufrieden.

Die Fragen stellte Daniel Lenz

Kommentare

1 Kommentar zu "Die Flächenproduktivität stimmt nicht mehr"

  1. peter-uwe sperber | 13. Januar 2011 um 1:09 | Antworten

    Bitte was ? SPRECHBLASEN (für wen geblasen? Einmal gehustet und der Handel zuckt, statt dagegen zu setzen – leider das natürlich schonungslos aus Erkenntnis ausgenutzt) … war wohl schon lange nicht mehr in den Filialen, der Herr? Sein Vorteil > Kunden rennen zu Thalia, Douglas, Hussel ohne über die Konsequenzen langfristig für sich selbst nachzudenken – sie machen sich nämlich selbst ihre Innenstädte kaputt, was sie immer wieder in ihren Tageszeitungen bemängeln!

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