Monatspass

Nicht im eigenen Saft garen

In über 100 Interviews fragte buchreport 2010 nach Lage und Perspektiven von Verlagen und Buchhandel. Ein Überblick über die markantesten Antworten zu den Themen, die die Branche auch 2011 bewegen.

Stefan Könemann, Vorsitzender Landesverband NRW des Börsenvereins über die geplante Fusion 

Ich würde mir wünschen, dass wir nicht immer nur über die Risiken einer Veränderung reden, sondern auch über die enormen Chancen, die sich daraus für den Börsenverein und seine Mitglieder ergeben. Wir beschäftigen uns im Verband viel zu sehr miteinander und viel zu wenig mit den Mitgliedern. Mehr Zeit für Belange der Mitglieder aufzubringen ist sinnvoller, als sich mit Themen zu beschäftigen, bei denen der Börsenverein im eigenen Saft gart.

Volker Oppmann von Textunes über E-Book-Formate

Wer glaubt, er kauft sich einen Reader und der sei in zehn Jahren immer noch für neuere E-Books zu gebrauchen, täuscht sich. Viele Formate und Anwendungen werden dann nicht mehr unterstützt. Anders als beim Papier: Ein Buch, das ich heute kaufe, kann ich auch in 20 Jahren noch gut lesen.

Kerstin Emrich von der Universität-Nürberg über die Reform des Berufsbilds

Es gab keine Alternative dazu, das buchhändlerische E-Business in den Rahmenlehrplan aufzunehmen, alles andere wäre zu kurz gegriffen gewesen. In der Zukunft werden alle Beschäftigten im Buchhandel mit E-Business zu tun haben, zumindest indirekt. Schließlich müssen sie ihre Kunden verstehen, und dazu gehört auch, die Alternativen zu kennen, die der Kunde hat.

Regina Pantos vom Arbeitskreis Jugendliteratur über All-Age-Titel

All Age schadet dem Kinderbuch. Während das Jugendbuch kräftig zugelegt hat, stagniert das Kinderbuch. Ich habe Sorge, dass durch die Fokussierung aufs lukrative All Age die speziellen Lektürebedürfnisse der Kinder unter die Räder geraten.Die inhaltlich und formell herausragenden Bücher muss man wirklich suchen. 

Joachim Unseld von der Frankfurter Verlagsanstalt über den Wert der Inhalte

Als Verleger beobachten wir, dass sowohl den Autoren als auch den Lesern vor allem Inhalte wichtig sind, im Handel aber viel mehr Wert auf Äußerlichkeiten wie die Umschlaggestaltung gelegt wird. Ich würde mir wünschen, dass auch im Handel wieder mehr über Inhalte gesprochen wird.    

 

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