Leander Wattig: Buchhandlungen erkennen langsam die Chancen von Facebook

Leander Wattig: Buchhandlungen erkennen langsam die Chancen von Facebook

Ich erstelle seit Oktober 2009 monatliche Rankings der beliebtesten Facebook-Seiten von Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum. Zu Beginn habe ich gerade mal 25 Seiten gefunden, während es inzwischen ca. 10-mal so viele sind. Die Filialisten waren zu Beginn bis auf Hugendubel gar nicht vertreten und v.a. die Kleinen zeigten sich lange sehr stark.

Heute habe ich nun das Ranking wieder einmal aktualisiert und beim Blick auf die Top 5 fällt auf, dass die inzwischen stark den Offline-Verhältnissen ähnelt:

  1. Thalia.de 7.908 „Gefällt mir“
  2. Weltbild.de 7.261 „Gefällt mir“
  3. bilandia 6.854 „Gefällt mir“
  4. ZVAB.com 6.380 „Gefällt mir“
  5. Mayersche Buchhandlung 5.543 „Gefällt mir“

Gerade in den letzten Monaten scheinen die Großen und allen voran Thalia Geld in die Hand genommen und ihre Seiten ordentlich gepusht zu haben. Noch im Juli hatte Thalia gerade einmal rund 500 „Gefällt mir“. Das lässt vermuten, dass Social-Media-Instrumente mittlerweile entsprechend stark gewichtet werden.

Verschiedentlich wurde nun bedauert, dass die Großen auch hier die Kleinen verdrängen. Das kann man beklagen. Ich denke aber, dass auch die Kleinen die Möglichkeiten noch nicht ausschöpfen. Ein Mittel, bei dem die Kleinen bspw. im Vorteil sind und das bisher viel zu wenig eingesetzt wird, ist Facebook Orte.

Die Möglichkeiten, die Sichtbarkeit der eigenen Fanseite zu erhöhen sind allgemein begrenzt. Viele Unternehmen versuchen dann, über eigentlich verbotene Personenprofile stärker wahrgenommen zu werden. Gerade Buchhandlungen haben aber den Riesen-Vorteil, dass jeden Tag viele Multiplikatoren in den Laden kommen, die eingebunden werden könnten. Facebook Orte eröffnet hier interessante Möglichkeiten. Die unabhängigen Buchhandlungen haben hier gerade deshalb eine große Chance, weil sie oft nur ein Geschäft haben. Dadurch ist es ihnen anders als Thalia, Hugendubel & Co. möglich, ihre Orte-Seite und ihre Fanseite fest miteinander zu verbinden. Jeder Check-in ist dann ein Link zur eigenen Facebook-Seite.

Bisher tut das aber kaum einer, weil diese Möglichkeit den meisten wahrscheinlich gar nicht bekannt sein wird. Die einzige mir bekannte Buchhandels-Seite, wo das schon gemacht wurde, ist die von Umbreit. Mehr Infos zum Thema gibt es hier. Später wird man Check-ins auch mittels Vergünstigungen (bzw. Deals) befördern können, wobei die Buchpreisbindung hier relativ enge Grenzen setzt.

 

Was die Großen wiederum besser können, weil sie über mehr Ressourcen verfügen, ist u.a. die Programmierung und Nutzung von Facebook-Anwendungen. Thalia hat bspw. eine Art Shop in seine Seite integriert, über die das Sortiment durchsucht werden kann. Der Kaufprozess findet zwar – anders als bei 100 ebook avenue – noch auf der Website statt, aber die Integration ist für die Maßstäbe des Buchhandels schon sehr weit voran getrieben:

 

Auffällig ist zudem, dass beim Thema Social Media oft nur an die Seiten und Accounts bei Facebook, Twitter & Co. und oft nicht an die eigene Website gedacht wird. Ein schönes gegenteiliges Beispiel ist hier die Schweizer Kette Orell Füssli. Dort wird bspw. direkt auf der Startseite des Shops ein Like-Button von Facebook so eingebunden, dass jeder Nicht-Fan sieht, welche seiner Freunde schon Fans sind, was dessen Motivation steigen lässt, ebenfalls „Gefällt mir“ zu drücken (im Bild recht unten):

Zudem führt man bei Orell Füssli einen Blog – den Booksblog. Hier wird das Thema Social Media auch relativ weit gedacht. Neben weiteren Social Plugins auf der Startseite ist Facebook auch in die Kommentarfunktion unter den Beiträgen eingebunden, was durchaus noch Seltenheitswert hat. Das führt dazu, dass jeder Kommentator zum Multiplikator werden kann, indem seine Facebook-Kontakte angezeigt bekommen, wo er was kommentiert hat – inkl. Link zur Website (siehe Screenshot-Folge):



 

Man findet also auch im Buchhandel mehr und mehr interessante Beispiele für den Einsatz von Social-Media-Instrumenten. Wir hoffen auf mehr. 🙂

 

Originalbeitrag: leanderwattig.de

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