Fehlende Zugpferde

Die schwedische Buchbranche hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie der deutsche Buchhandel. Auch im Norden Europas fehlen in diesem Herbst die herausragenden Bestseller.

Eine Analyse der schwedischen Branchenzeitschrift „Svensk Bokhandel“:

  • 2010 werden absehbar weniger Bücher als im Vorjahr verkauft.
  • Für die ersten neun Monate 2010 wurden 1,7 Prozent weniger Verkäufe gezählt; im September sogar 7 Prozent weniger.
  • Besonders Supermärkte und Warenhäuser liegen mit ihren Verkäufen unter den 2009er Werten: In den ersten neun Monaten des Jahres wurden in diesen Nebenmärkten insgesamt 9 Prozent weniger Bücher verkauft.
  • Zu den Gewinnern zählt bislang nur der Internet-Handel; auch wenn es nicht mehr die ganz  großen Zuwächse der Vorjahre gibt, haben die Online-Shops in den ersten drei Quartalen um fast 7 Prozent zulegen können.
  • Wie in Deutschland liegt das niedrige Gesamtniveau vor allem an fehlenden Topsellern in der Belletristik.
  • Im Herbst 2009 hatten der auch hierzulande zum Spitzentitel avancierte Dan-Brown-Roman „Das verlorene Symbol“ sowie der Kochbuchklassiker „Vår kokbok“ und Camilla Läckbergs „Fyrvaktaren“ die Messlatte hochgelegt.

Der Umsatz der Verlage ist zuletzt gesunken

Bereits in den beiden vergangenen Jahren hatte die schwedische Verlagsbranche einen Rückgang zu verzeichnen. Bis 2007, berichtet „Svensk Bokhandel“ war der Umsatz jährlich gestiegen, anschließend mussten die Verlagshäuser zweimal in Folge ein Minus verkraften (2008: –1,3 Prozent, 2009: –1,8 Prozent).

Die schwedische Buchbranche wird von Bonnier (Umsatz: 1375 Mio Kronen, ca. 130 Mio Euro) dominiert, der auch (u.a. mit Carlsen, Piper und Ullstein) auch in Deutschland aktiv ist. Als schwedischer Marktführer setzt er mehr als doppelt so viel um wie der auf Kinderbücher spezialisierte Verfolger Egmont (554 Mio Kronen, ca. 52 Mio Euro). Es folgen der auf Lehrbücher spezialisierte Verlag Liber (505,8 Mio Kronen, ca. 48 Mio Euro), die belletristische Norstedts Verlagsrgruppe (451,6 Mio Kronen, ca. 43 Mio Euro) und der Religionsverlag Berling Media (334,1 Mio Kronen, ca. 31 Mio Euro). Verlage mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio Kronen machen zusammen etwa fast zwei Drittel des Marktes aus.

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