Heinrich Böll komplett und in der Kritik

Die Veröffentlichung der 27-bändigen Werkausgabe von Heinrich Böll beschäftigt heute die Presse. Neun Jahre hatte das Projekt gedauert, das der Kölner Kiepenheuer & Witsch-Verlag in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung und mit 700 000 Mark Förderung durch den Bund fertig stellte und jetzt in feierlichem Rahmen präsentierte.

„Es ist von einer Großtat zu berichten“, schreibt Andreas Schäfer im „Tagesspiegel“ und stellt fest: „Es gesellte sich aber zur zeremoniellen Feierlichkeit eine seltsame, an den Krawattenknoten zerrende Beklommenheit. Die Sorge oder Befürchtung nämlich, dass man mit der prächtigen Gesamtausgabe einen Autor ein zweites Mal als Klassiker beerdigt, der uns ohnehin nicht mehr viel zu sagen hat. Über allen Reden hing drohend das Urteil des Autors Burkhard Müller, der zum 25. Todestag Bölls befunden hatte, Böll sei mausetot, seine Romane taugten nichts.“

In der „Frankfurter Rundschau“ berichtet Harry Nutt: Kräftiger Gegenwind weht dem literarischen Prestigeprojekt indes aus Wuppertal entgegen, wo vor einigen Jahren eigens eine Forschungsstelle eingerichtet worden war. Im Verlauf der Arbeit überwarfen sich die Erben Bölls aber mit dessen Leiter, dem Germanisten Werner Bellmann. Dieser erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die editorische Arbeit seiner Nachfolger. In der Fachzeitschrift Wirkendes Wort kam er bereits im April zu dem Ergebnis: „Diese Ausgabe ist nicht zitierfähig.“ Das niederschmetternde Urteil begründete er mit Belegen nachgewiesener Schlampigkeit.
fr-online.de, tagesspiegel.de

Weitere Berichte:
„FAZ“ (S. 33), Kommentar zur Veranstaltung in Köln: „FAZ“ (S. 31)

VERLAGE

Buch Wien“: 250 Aussteller aus elf Nationen zeigen bei der Buchmesse technische und literarische Neuigkeiten.
diepresse.com, derstandard.at

BÜCHER & AUTOREN

Barbara Ehrenreich: Interview mit der Autorin von „Smile or die“ (Kunstmann 2010).
„Financial Times Deutschland“ (S. 27)

Kirsten Heisig: Die Berliner Staatsanwaltschaft muss nun doch Einzelheiten zum Tod der Jugendrichterin und Schriftstellerin veröffentlichen.
„FAZ“ (S. 35)

Michel Houellebecq: Schon vor der Verleihung des Prix Goncourt sind in Frankreich 200.000 Exemplare seines Romans „La carte et le territoire“ verkauft worden. Das Werk soll in mehr als dreißig Sprachen übersetzt werden.
„FAZ“ (S. 34)

Oscar Pastior/Herta Müller: Zur Reaktion der Literaturnobelpreisträgerin auf die neuen Vorwürfe gegen den Schriftsteller:
„FAZ“ (S. 34), „SZ“ (S: 16).
Eine Reaktion auf Ernest Wichners Beitrag in der „FAZ“ vom 18. November 2011: tagesspiegel.de

Alice Schwarzer: Die „Emma“-Chefin berichtet, wie der Rechtsanwalt und Bestsellerautor Ralf Höcker („Einspruch“) mit einem Brief an ihren Verlag Kiepenheuer & Witsch versucht, ein mutmaßlich geplantes Buch über den „Fall Kachelmann“ zu „verhindern – zumindest aber seine Veröffentlichung zu erschweren“.
bild.de

Lew Tolstoi: Zum 100. Todestag des Dichters.
tagesspiegel.de

National Book Award: Jaimy Gordon gewinnt den US-amerikanischen Preis für ihr Buch „Lord of Misrule“, Patti Smith wurde für ihren Erinnerungsband „Just Kids“ ausgezeichnet. Als derzeit bestes Jugendbuch empfehlen die Juroren Kathryn Erskines „Mockingbird“, als beste Lyriksammlung „Lighthead“ von Terrance Hayes.
„FAZ“ (S. 34), weitere Meldung: spiegel.de, tagesspiegel.de, welt.de

ONLINE

Amazon: Kommentar zur Gründung des firmeneigenen Filmstudios.
welt.de

E-Book: Computer und Internet werden im Unterricht an deutschen Schulen zu selten eingesetzt, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage unter Schülern im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom ergab. Alle Klassenräume sollten mit interaktiven Tafeln und schnellen Internetanschlüssen ausgestattet, Schulbücher durch E-Books ersetzt werden, fordert der Bitkom.
tagesspiegel.de

Google: Zeitschriftenverleger-Präsident Hubert Burda hat Google und Apple vorgeworfen, die teuren Inhalte der Verlage ohne ausreichende Bezahlung zu nutzen.
tagesspiegel.de


MEDIEN & MÄRKTE

Constantin: Das Münchner Medienunternehmen hat in den ersten neun Monaten des Jahres wie erwartet Verlust gemacht. Für 2010 insgesamt rechne Constantin mit einem Verlust von 12 bis 14 Millionen Euro.
„FAZ“ (S. 16)

Konstantin Neven DuMont: Der beurlaubte Vorstand von M. DuMont Schauberg steht nicht mehr im Impressum der zum Verlag zählenden „Frankfurter Rundschau“.
„FAZ“ (S. 35), weiterer Bericht: taz.de


SZENE

Julian Schnabel: Interview mit dem Regisseur von „Miral“, dem Film nach Rula Jebreals Roman „La strada dei fiori di Miral“.
taz.de

Schriftsteller in New York: Der Stadtteil Brooklyn zieht Autoren aus aller Welt an – und auch Agenten.
„FAZ“ (S. 32)

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