Julia von dem Knesebeck: Den Leser mit Widgets abholen

Julia von dem Knesebeck: Den Leser mit Widgets abholen

Das Geheimnis kundenorientierter Optimierung: Die Community aktiv einzubinden. Julia von dem Knesebeck gewährt im Gespräch mit Daniel Lenz einen Einblick in die Bilandia-Werkstatt und gibt Tipps, wie Nähe zum Leser geschaffen werden kann.

Was ist das größte Ziel der neuen Seite?

von dem Knesebeck: Unser Ziel ist es, alle Leute zu verbinden, die Bücher lieben. Daher haben wir auch unseren Claim von „intelligenter lesen!“ in „Wir lieben Bücher.“ geändert. Wir verbinden Leser, Autoren und Verlage. Lesern bieten wir, Bücher zu entdecken und die Freude am Lesen mit Anderen zu teilen. Autoren und Verlagen ermöglichen wir, ihre Bücher an die Leser heranzutragen.

Relaunches sind zeitaufwändig und pannenintensiv. Wie lange hat es bei Euch gedauert? Was ist schief gelaufen?

von dem Knesebeck: Wir hatten ein strammes Ziel, als wir im Juli unseren Relaunch gestartet haben. Wir wollten auf jeden Fall rechtzeitig zur Buchmesse die neue Seite ohne Bugs online haben. Wir haben es geschafft, und damit einen ziemlichen Zeitrekord aufgestellt. Große Pannen gibt es immer, und zwar wenn technische Probleme auftauchen, die extra Zeit in Anspruch nehmen. Es gab aber auch schlicht und einfach ein paar Funktionen, die wir vergessen hatten. Das sind dann Situationen, wo man die IT bittet „noch schnell etwas zu machen“ – diese einem jedoch mitteilt, dass das Bauen der neuen Funktion drei Tage braucht. Wenn dann auch noch ein unerwartetes Design Element schnell entstehen muss, steht schon mal die eine oder andere Nachtschicht an. Aber irgendwie ist eine klare Deadline wie die Buchmesse dann auch gut, da sie einen zwingt sich auf das wesentlich zu konzentrieren und schlicht und einfach effizient (und viel) zu arbeiten.

Bilandia ist eine Community. Inwiefern hat diese Euren Relaunch mitgeprägt?

von dem Knesebeck: Die bilandia Community besteht aus verschiedenen Elementen. So haben wir zum Beispiel eine sehr große Facebook-Gruppe zum Thema Buch, aber auch einen Blog und, natürlich, www.bilandia.de. Unser Ziel war es immer den Lesern, egal wo sie sind, die Möglichkeit zu geben, sich über Bücher auszutauschen. Das gibt uns die Chance, sehr unterschiedliche Community Mitglieder zu begeistern, und uns mit diesen auszutauschen. Über Facebook kamen immer wieder Fragen und Anregungen zu bilandia.de, die sich sehr von den Anregungen, die direkt über bilandia.de kamen unterschieden haben. Vor unserem Relaunch haben wir alle Kommentare gesammelt, und sowohl versucht diese zu berücksichtigen als auch uns von ihnen inspirieren zu lassen. Daher spiegeln viele neuen Features und Design Elemente direkt die Meinungen oder Wünsche unserer Mitglieder wieder.

Der Relaunch hat verschiedenen Community Elemente viel klarer herausgearbeitet und vor allem den Zusammenhang, und auch die Interaktion, zwischen Lesern, Autoren und Verlagen deutlich erhöht. Leser konnten sich schon in der alten Version Profile anlegen. Das ist auf der neuen bilandia.de auch Verlagen und Autoren möglich.

Ein Trend im Web sind Widgets. Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Welche Vorteile haben sie? Welche anderen Widgets gefallen euch?

von dem Knesebeck: Wir haben mit der neuen bilandia.de auch unsere Vermarktungsplatform www.bilandia-media.de gelauncht, die einen Schwerpunkt auf Widgets zur Buchvermarktung legt. Unser Ansatz war von Anfang an dezentral zu agieren. Man muss die Leser dort erreichen, wo sie sich sowieso schon aufhalten. Unsere Widgets sind dezentral einsetzbar, sowohl auf einer Verlagsseite, als auf einem Blog oder in einer Facebook-Gruppe. Ein Widget macht dann Spaß, wenn es sowohl guten Content als auch eine Interaktionsmöglichkeit bietet. Die Kombination von Reichweite und Widgets stellt eine ideale Möglichkeit dar an seine Leser heranzutreten. Ein Live-Streaming Widget ist unserer Meinung nach nur dann interessant, wenn es gleichzeitig an verschiedenen Stellen eingebunden werden kann.

Ihr seid noch ziemlich jung. Wer berät Euch? Bekommt ihr Unterstützung aus Eurer (Verleger-)Familie?

von dem Knesebeck: Wir sind quasi ein „digital natives“ Team. Das bringt viel Kreativität und Einsatz mit sich. Beratung und Unterstützung von außen sind natürlich sehr wichtig, auch um die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Deswegen haben wir unsere Geschäftsführung auch um Christian Senft erweitert. Er war bis 2009 Leiter Marketing und Pressesprecher von Maxdome, dem Video-on-Demand Angebot von ProSiebenSat.1, und bringt damit ein sehr wertvolles Know-How mit in die Firma.
Die familiäre Unterstützung war von Anfang an extrem wichtig. Nicht nur weil sie einem Kraft gibt, sondern auch, weil es einem die Möglichkeit gibt innerhalb einer Familie, die viel von Büchern versteht neue Ideen zu diskutieren. Aber auch die Tatsache, dass man von der Familie sehr offene Kritik bekommt hilft einem sehr weiter, auch wenn diese anfangs manchmal nicht so willkommen ist.

Kommentare

1 Kommentar zu "Julia von dem Knesebeck: Den Leser mit Widgets abholen"

  1. Interessantes Gespräch. Aber wenn man Interviews abtippt, sollte man die Kommasetzung beherrschen. Besonders wenn man ein Fachblatt der Buchbranche beliefert.

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